Übergewicht und Asthma – Fettansammlungen in der Lunge

Übergewichtige und fettleibige Menschen erkranken häufiger an Asthma als Normalgewichtige. Eine aktuelle Studie könnte nun erklären, weshalb dies so ist. Offenbar bildet sich auch in den Atemwegen Fettgewebe und verändert dadurch die Atemwegsstruktur. Zudem scheint das Fett Entzündungen zu fördern.
Frau misst ihren Bauchumfang mit einem Maßband

© Picture-Factory/stock.adobe.com

 

Dass es einen Zusammenhang zwischen einem zu hohen Gewicht und Asthma bronchiale gibt, ist bereits bekannt. Epidemiologische Studien zeigen, dass die Erkrankung zudem oft schwerer verläuft, wenn die Betroffenen übergewichtig oder gar fettleibig (adipös) sind. Die Ursachen hierfür sind jedoch noch unklar.

Forschende untersuchten nun Lungenproben von 52 Verstorbenen mit und ohne Asthma. In den Atemwegen fanden sie auch Fettgewebe. Je höher das Gewicht der Verstorbenen war, desto mehr Fett lagerte in der Lunge. Zudem konnte das Wissenschaftsteam anhand vorhandener Immunzellen in den Atemwegen zeigen, dass das vermehrte Fettgewebe Entzündungen der Lunge begünstigt.

Fetteinlagerungen und Entzündungen bewirkten, dass die Atemwegswände verdickt waren. Die Autorinnen und Autoren schlussfolgern daraus, dass dies den Luftstrom beim Aus- und Einatmen einschränken und dadurch Asthma-Symptome hervorrufen beziehungsweise verschlimmern kann.

Ob sich diese Prozesse in der Lunge bestätigen und ob sie sich wieder zurückbilden, wenn Menschen mit Übergewicht und Adipositas abnehmen, möchten die Forschenden nun in weiteren Untersuchungen herausfinden.

 

Quellen:

Elliot, J.G. et al.: Fatty Airways: Implications for Obstructive Disease. In: Euro Respir J, 2019, doi: 10.1183/13993003.00857-2019

Pressemitteilung der European Respiratory Society vom 18. Oktober 2019: Study provides first evidence that fat accumulates in the lungs of overweight an obese people

 

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