Virusinfektionen als Allergie-Risiko

Allergische Erkrankungen treten in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger auf. Die Ursachen hierfür sind noch nicht vollständig geklärt. Dazu beigetragen haben könnte, dass sich Kinder heutzutage erst später mit bestimmten Viruserkrankungen anstecken als dies früher der Fall war.
Kind im Arztkittel hört mit Stethoskop eine große Plüschgiraffe ab

© Gorilla/fotolia.de

 

Ein britisches Wissenschaftsteam untersuchte jeweils zwei Blutproben von 740 Kindern auf Antikörper gegen das Cytomegalie-Virus, das Epstein Barr-Virus und das Varizella zoster-Virus (Verursacher von Windpocken und Gürtelrose). Bei den Blutentnahmen waren die Kinder 12 beziehungsweise 24 Monate alt. Im Alter von vier Jahren machten sie zusätzlich einen Hautpricktest. Anschließend analysierten die Forschenden, ob Sensibilisierungen gegen Allergene bei Kindern, die bereits früh Kontakt mit einem der untersuchten Virenstämme hatten, häufiger vorkamen.

18 Prozent der Kinder waren im Alter von vier Jahren sensibilisiert. Mädchen, die sich im zweiten Lebensjahr mit dem Cytomegalie-Virus oder Varizella zoster angesteckt hatten, waren deutlich häufiger betroffen. Eine Cytomegalie-Infektion im zweiten Lebensjahr erhöhte das Risiko um das Vierfache gegenüber einer Infektion im ersten Lebensjahr oder keiner vorhandenen Infektion. Bei Jungen zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.

 

Spätere Infektion – höheres Allergie-Risiko

Bis vor 50 bis 70 Jahren steckten sich die meisten Kinder in Großbritannien innerhalb des ersten Lebensjahres mit dem Cytomegalie-Virus an. Die Forschenden mutmaßen, dass die „verspätete“ Ansteckung im zweiten Lebensjahr das Immunsystem durcheinanderbringen könnte und dadurch zu einer erhöhten Sensibilisierungsrate beiträgt.

Somit könnten Virusinfektionen im zweiten Lebensjahr bei Mädchen als Risikofaktor für Allergien gesehen werden. Die Forschenden betonen jedoch, dass nicht jede im Pricktest nachgewiesene Sensibilisierung auch zu einer Allergie wird.

 

Viren hinterlassen immunologische Spur im Blut

Wenn sich das Immunsystem mit Krankheitserregern wie Viren auseinandersetzt, bildet es Antikörper, um die Erreger unschädlich zu machen. Über diese Antikörper im Blut lässt sich noch Jahre später nachweisen, dass der Körper bereits mit dem Erreger in Kontakt war, selbst wenn die Betroffenen davon nichts bemerkt haben.

 Bestimmte Viruserkrankungen kommen in der Bevölkerung relativ häufig vor, verursachen jedoch zum Teil keine besonderen Symptome. Zu diesen oftmals symptomlos verlaufenden Infektionen gehören zum Beispiel das Epstein Barr-Virus und das Cytomegalie-Virus.
 

Quelle:

Pembrey, L. et al.: Age at cytomegalovirus, Epstein Barr virus and varicella zoster virus infection and risk of atopy: The Born in Bradford cohort, UK. In: Pediatr Allergy Immunol, 2019, 30 (6): 604-613

 

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