Anti-IgE-Therapie

Wirkung

© Peter Atkins/fotolia
Spritze zur Anti-IgE-Therapie

Omalizumab ist ein mittels biotechnologischer Verfahren hergestellter (rekombinanter) monoklonaler Antikörper, der gegen menschliches Immunglobulin E (IgE) gerichtet ist. Er verbindet sich mit den bei allergischen Reaktionen vermehrt zirkulierenden IgE-Antikörpern und verhindert dadurch, dass diese an ihre Rezeptoren an der Oberfläche von Zellen binden. Dadurch werden die weiteren Reaktionsabläufe blockiert. Zudem scheint Omalizumab die Ausschüttung von Histamin zu reduzieren.

Anwendung

Omalizumab wird angewendet als Zusatztherapie bei schwerem, anhaltendem allergischem Asthma mit Sensibilisierung gegenüber ganzjährigen Inhalationsallergenen, bei dem es trotz Behandlung mit hochdosierten inhalativen Glukokortikoiden und langwirksamen inhalativen Beta-2-Sympathomimetika noch zu Verschlechterungen (Exazerbationen) kommt.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die zusätzliche Therapie der chronischen spontanen Nesselsucht (Urtikaria), die auf die Behandlung mit Antihistaminika nicht ausreichend anspricht. Omalizumab wird in zwei- bis vierwöchigen Abständen unter die Haut (subkutan) gespritzt. Dosierung und Häufigkeit der Anwendung werden in Abhängigkeit von der IgE-Konzentration und dem Körpergewicht der Betroffenen festgelegt.

Das Präparat ist zugelassen für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren. Nicht alle prinzipiell für eine Therapie mit Omalizumab in Betracht Kommenden sprechen auf die Behandlung an. Die individuelle Wirksamkeit wird daher nach vier Monaten überprüft und die Behandlung nur bei eindeutigem Therapieerfolg fortgesetzt.

Wichtige Nebenwirkungen und Nachteile

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Kopfschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle (vor allem Schwellungen, Schmerzen, Rötung oder Juckreiz). Darüber hinaus können vielfältige weitere Nebenwirkungen auftreten. In seltenen Fällen kann es bei der Verabreichung zu Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zur Anaphylaxie kommen.

Wie bei anderen rekombinant hergestellten Wirkstoffen ist auch diese Therapie mit relativ hohen Kosten verbunden.

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
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  • Darsow U., Raap U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
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  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Roland Buhl
Universitätsmedizin Mainz
Schwerpunkt Pneumologie
E-Mail:
roland.buhl noSp@m@unimedizin-mainz.de