Anwendung der spezifischen Immuntherapie

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Spezifische Immuntherapie mit Spritze

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten der Verabreichung:

  • Sublinguale (lateinisch für „unter die Zunge“) Immuntherapie (SLIT): Hierbei wird das Allergenextrakt in Form einer flüssigen Lösung oder Tablette über die Mundschleimhaut aufgenommen.
  • Subkutane (lateinisch für „unter die Haut“) Immuntherapie (SCIT): Die Allergenlösung wird durch eine Ärztin/einen Arzt als Injektion ins Unterhautfettgewebe gespritzt, vorzugsweise an der Rückseite des Oberarms.

Für beide Verfahren stehen fertige Präparate mit Allergenextrakten in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Konzentrationen zur Verfügung. Bei verbreiteten Allergenen wie Pollen von Gräsern, Birke, Erle und Hasel, Hausstaubmilben, Bienen- und Wespengift werden in der Regel solche Fertigpräparate eingesetzt, die als Arzneimittel zugelassen sind. Handelt es sich um seltenere Allergene, wird nach ärztlicher Verordnung manchmal auch eine so genannte Individualrezeptur hergestellt, die ein auf die Allergie der Betroffenen individuell abgestimmtes Mischungsverhältnis von Allergenen enthält. Ihre Anwendung ist in der Therapieallergene-Verordnung (TAV) geregelt.

Da die Pollen bestimmter Pflanzenfamilien ähnliche Eigenschaften besitzen, werden manchmal Präparate mit nur einer bedeutsamen Pollenart stellvertretend für die Pollen verwandter Pflanzen eingesetzt. So kann beispielsweise ein Allergenpräparat entweder nur Pollenallergene der Birke als Stellvertreter (sog. Majorallergen) für Hasel-, Erlen- und Birkenpollen oder auch eine Kombination aller drei Pollenarten enthalten.   

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Biedermann, T. et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025  
  • Brozek, J.L. et al.: Allergic rhinitis and its impact on Asthma (ARIA) guidelines: 2010 revision. In: Journal of Allergy & Clinical Immunology, 2010, 125 (3): 466-476
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Darsow U., Raap U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
  • Demoly, P. et al. Allergic rhinitis and the risk of driving accidents. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, 10.1016/j.jaci.2017.01.037
  • Ring J. et al.: S2k-Leitlinie zur Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. In: Allergo J Int 2014; 23: 96–112
  • Pfaar O. et al.: S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. In: Allergo J Int 2014; 23: 282
  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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