Voraussetzungen für eine erfolgreiche spezifische Immuntherapie

Gut zu wissen:

Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Dauer der allergischen Erkrankung, umso besser sind die Erfolgsaussichten der SIT.

Wichtige Voraussetzung für den Erfolg einer spezifischen Immuntherapie (SIT) ist eine eingehende Diagnostik und fachgerechte Therapieentscheidung durch eine/einen allergologisch erfahrene/erfahrenen Ärztin/Arzt. Dazu gehört eine ausführliche allergologische Untersuchung mit Anamnese, Hauttest, Labortest und gegebenenfalls Provokationstest. Hierbei sollte nachgewiesen werden, dass es sich um eine durch Immunglobulin E (IgE) vermittelte Typ 1-Allergie handelt, und die beobachteten Beschwerden damit eindeutig zusammenhängen.

Sofern möglich, sollte man immer erst eine Vermeidung des Allergens versuchen, bevor eine Hyposensibilisierung in Betracht gezogen wird. Wenn die Allergie schon länger besteht, ist für die Therapieentscheidung auch der Gesamtverlauf innerhalb der letzten Jahre wichtig:

  • Wenn von Jahr zu Jahr eine zunehmende Verschlechterung der Symptome und/oder eine Ausweitung der bedeutsamen Allergenarten zu beobachten ist, ist eine SIT zumeist sinnvoll, um dieses Fortschreiten aufzuhalten. Denn damit kann man beim allergischen (Heu-)Schnupfen einem drohenden „Etagenwechsel“ hin zum allergischen Asthma, also einer Ausdehnung auf die Bronchien vorbeugen.
  • Neigt der Krankheitsverlauf langfristig hingegen zur Besserung, ist eine weniger aufwändige Behandlung mit Medikamenten oft sinnvoller.

Ist die Allergie erst kürzlich neu aufgetreten, muss die Ärztin oder der Arzt nach Diagnosestellung anhand der vorliegenden Befunde und individueller Gegebenheiten entscheiden, ob eine SIT sofort angezeigt ist, oder ob eine symptomatische Therapie mit Medikamenten zunächst ausreicht beziehungsweise sinnvoller ist.

Ist eine Hyposensibilisierung angezeigt, empfehlen die Leitlinien, damit so frühzeitig wie möglich zu beginnen. Dies erhöht nicht nur die Wirksamkeit, sondern damit steigen auch die Chancen, einer weiteren Verschlechterung des Krankheitsverlaufs vorzubeugen und einem Übergang zum Asthma entgegenzuwirken. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Dauer der allergischen Erkrankung, umso besser sind die Erfolgsaussichten der SIT. Dies gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Auch aus volkswirtschaftlicher und gesundheitsökonomischer Sicht ist eine SIT bei allergischem (Heu-)Schnupfen und Asthma langfristig deutlich kosteneffektiver im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie.  

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
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  • Brozek, J.L. et al.: Allergic rhinitis and its impact on Asthma (ARIA) guidelines: 2010 revision. In: Journal of Allergy & Clinical Immunology, 2010, 125 (3): 466-476
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Darsow U., Raap U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
  • Demoly, P. et al. Allergic rhinitis and the risk of driving accidents. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, 10.1016/j.jaci.2017.01.037
  • Ring J. et al.: S2k-Leitlinie zur Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. In: Allergo J Int 2014; 23: 96–112
  • Pfaar O. et al.: S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. In: Allergo J Int 2014; 23: 282
  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
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12. April 2017
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Prof. Dr. Roland Buhl
Universitätsmedizin Mainz
Schwerpunkt Pneumologie
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