Dauer und Kosten einer Reha - Wer ist zuständig?

Eine medizinische Rehabilitation dauert in der Regel drei Wochen und kann bei Bedarf verkürzt oder verlängert werden. Nach vier Jahren ist grundsätzlich ein erneuter Antrag möglich, aus dringenden medizinischen Gründen auch früher.

Zuzahlungen – ambulant ist günstiger

Eine Krankenversicherungskarte mit einigen Euromünzen
© Marco2811/fotolia

Bei einer ganztägig ambulanten medizinischen Rehabilitation fallen keine Zuzahlungen an. Fahrt- und Transportkosten übernimmt der Rentenversicherungsträger auf Antrag.

Bei stationärer Reha müssen Erwachsene über 18 Jahre in der Regel 10 Euro pro Tag zuzahlen, höchstens 42 Tage pro Kalenderjahr. Auf Antrag kann man von der Zuzahlung für die stationäre Reha befreit werden, wenn die monatlichen Nettoeinkünfte bei Antragstellung unter einem bestimmten Betrag liegen.

Auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung im Bereich „Reha & Rente“ kann man sich detailliert über Kosten und Zuzahlungen informieren.

Antragstellung

Ein Recht auf Rehabilitations-Leistungen hat jede/jeder Sozialversicherungspflichtige. Den „Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation“ stellt die/der Betroffenen selbst mit einer Selbstauskunft und einem Formblatt-Gutachten, das die Ärztin oder der Arzt ausfüllt.

  • Ist die Erwerbstätigkeit gefährdet oder kann die Reha den Weg zurück ins Arbeitsleben ermöglichen, kommt die Rentenversicherung (z. B. BfA) für die Kosten auf.
  • Liegt eine Berufskrankheit vor, ist die gesetzliche Unfallversicherung (z. B. Berufsgenossenschaften) zuständig (z. B. bei Asthma durch allergisierende Stoffe, Lungenerkrankungen durch Quarz oder Asbest, chronisches Handekzem).
  • Bei Nicht-Berufstätigen ist die gesetzliche Krankenversicherung verantwortlich.
  • Privat-Versicherte müssen sich nach ihren individuellen Vertragsbedingungen erkundigen.

Reha-Servicestellen: Beratung und Vermittlung für Anträge

Wer im Einzelfall Ansprechpartner für den Antrag ist, kann bei Reha-Servicestellen erfragt werden. Seit 2002 gibt es das flächendeckende Netz regionaler Beraterinnen und Berater entsprechend gesetzlicher Vorgaben. In der Beratung erhält man Auskunft zu Zielen und Erfolgsaussichten möglicher Leistungen. Zudem wird der individuelle Hilfebedarf ermittelt und bei verschiedenen zuständigen Trägern deren Zusammenarbeit koordiniert. Bis zum Beginn der Reha stehen die Reha-Servicestellen den Betroffenen unterstützend zu Seite.

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (Hrsg.):
    Wehrmann J. et al.: S1-Leitlinie Dermatologische stationäre Rehabilitation bei atopischer Dermatitis Erwachsener, 2015
  • Bauer, P. et al.: Langzeiteffekt der stationären Rehabilitation bei Kindern und Jugendlichen mit mittelschwerem und schwerem Asthma bronchiale. In: Pneumologie, 2002, 56(8): 478-485
  • Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) (Hrsg., 2013): Arbeitshilfe für die Rehabilitation von Menschen mit allergischen Hauterkrankungen. ISBN: 978-3-943714-09-8
  • Bundesgesundheitsministerium (Hrsg., 2016): Vorsorge und Rehabilitation
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Forschung in der Rehabilitation. (Letzter Abruf: 13.03.2017)
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Bundesverband der Pneumologen (Hrsg.): Häufigkeit von Asthma bronchiale
  • Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention (Hrsg.): Infoblatt zu einer Reha(bilitation) für Kinder & Jugendliche „Asthma bronchiale“
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.): Therapiekonzept, Leistungsspektrum der Dermatologie
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2009): Rahmenkonzept zur medizinischen Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung (Letzter Abruf: 13.03.2017)
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Ambulante Reha
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Medizinische Rehabilitation: Wie sie Ihnen hilft. - 11. Auflage
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Mit Rehabilitation wieder fit für den Job. - 11. Auflage
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Rehabilitation für Kinder und Jugendliche
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Reha-Therapiestandards für Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale, Adipositas, Neurodermitis
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Zuzahlung - Wer zahlt was
  • Fischer, P.: Vorsorgekuren und Reha-Maßnahmen bei Allergien, Neurodermitis und Asthma. In: Pädiatrische Allergologie in Klinik und Praxis, 1999, 02: 27-28 (aktualisiert 1/2008)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (Hrsg., 2015): Rehabilitations-Richtlinie
  • Hibbeler, B.: Rehabilitation: Krankenkassen in der Pflicht. In: Dtsch Arztebl 2007; 104(17): A-1136 / B-1014 / C-966
  • Marenholz, I. et al.: Meta-analysis identifies seven susceptibility loci involved in the atopic march. In: Nature Communications, 2015 Nov 6;6:8804
  • Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (Hrsg., 2012): Begutachtungs-Richtlinie „Vorsorge und Rehabilitation“
  • Schuh, A.: Die Evidenz der Klima- und Thalassotherapie. Ein Review. In: Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin, 2009, 21(2):96–104 (DOI:10.1159/000287219
  • Werfel, T. Et al, Diagnostik und Stufentherapie der Neurodermitis. In: Deutsches Ärzteblatt, 2014, 111 (29–30): 509-520

Letzte Aktualisierung:

13. März 2017