Allergietests während der Schwangerschaft

Wissenschaftliche Beratung: Dr. Katja Nemat

Eine Allergie kann während der Schwangerschaft erstmals auftreten. Für die Diagnosestellung ist ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) besonders wichtig. Dabei fragt der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin nach den genauen Beschwerden und versucht, mögliche Auslöser zu ergründen. Zur Vorbereitung kann zum Beispiel ein Symptom-Tagebuch helfen. Vordrucke für ein Heuschnupfen-, Neurodermitis-, Ernährungs- und Urtikaria-Tagebuch können Sie sich in unserem Download-Bereich kostenlos herunterladen.

Vor weiterführenden Allergietests wird der Arzt oder die Ärztin abwägen, ob diese noch während der Schwangerschaft nötig sind und welche Risiken sie bergen. In der Regel wird während der Schwangerschaft auf Haut- und Provokationstests verzichtet. Auch wenn diese Tests unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden und als sicher gelten, bergen sie das Restrisiko einer allergischen Reaktion. Man verschiebt sie daher wenn möglich auf die Zeit nach der Schwangerschaft.

Diagnostische Diäten verbieten sich in der Schwangerschaft, da sie zu einer Nährstoff-Unterversorgung für Schwangere oder ungeborenes Kind führen könnten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass die normalen Veränderungen des Immunsystems während der Schwangerschaft die Testergebnisse verfälschen.

Labortests

Das Bild zeigt den Hauttest zur Allergiediagnose am Arm. Dabei tropft eine Person, deren Hand man nur sieht, mit einer Pipette Testlösung auf den Unterarm einer zweiten Person. Der Unterarm ist mir blauen Strichen in 10 Felder eingeteilt.
© WavebreakMediaMicro/fotolia

Labortests wie die Untersuchung auf spezifisches IgE im Blut sind dagegen auch in Schwangerschaft oder Stillzeit gut möglich. Allerdings ist ihre Aussagekraft begrenzt. Sie zeigen lediglich an, dass eine Sensibilisierung (Überempfindlichkeit) gegenüber einem Allergen vorliegt. Eine Aussage darüber, ob das Allergen tatsächlich Beschwerden verursacht, ist nicht möglich. Umgekehrt lässt sich eine Allergie gegen das getestete Allergen weitgehend ausschließen, wenn kein spezifisches IgE im Blut nachweisbar ist.

Wissenschaftliche Beratung

Dr. Katja Nemat

Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)

c/o Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt

E-Mail: katjanoSp@m@nemat.de

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

  • Ambros-Rudolph, CM., Sticherling, M.: Spezifische Schwangerschaftsdermatosen. In: Hautarzt, 2017, 68: 87-94
  • Bundesärztekammer et al.: Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma (in Überarbeitung) (Letzter Abruf: 10.10.2018)
  • Chi CC. et al.: Safety of topical corticosteroids in pregnancy. In: Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015, 10. Art. No.: CD007346. DOI: 10.1002/14651858.CD007346.pub3
  • Constantine, MM.: Physiologic and pharmacokinetic changes in pregnancy. In: Frontiers in Pharmacology, 2014, 5: 65, doi: 10.3389/fphar.2014.00065
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin et al.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma (Letzter Abruf: 10.10.2018)
  • Gonzalez-Estrada, A. et al.: Allergy Medication During Pregnancy. In: Am J Med Sci, 2016, 352(3): 326-331
  • Grieger, JA. et al.: In utero Programming of Allergic Susceptibility. In: Int Arch Allergy Immunol, 2016, 169: 80-92
  • Mor, G. et al.: The unique immunological and microbial aspects of pregnancy. In: Nature Reviews, 2017, 17: 469-482
  • Namazy, JA. et al.: The Treatment of Allergic Respiratory Disease During Pregnancy. In: J Investig Allergol Clin Immunol, 2016, 26(1): 1-7
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryotoxikologie der  Charité-Universitätsmedizin Berlin: Allergien (Letzter Abruf: 10.10.2018)
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryotoxikologie der  Charité-Universitätsmedizin Berlin: Informationen zu Medikamenten (Letzter Abruf: 10.10.2018)
  • Pali-Schöll, I. et al.: Allergic diseases and asthma in pregnancy, a secondary publication. In: World Allergy Organ J, 2017, 10(1):10
  • Pitsios, C. et al.: Clinical contraindications to allergen immunotherapy: an EAACI position paper. In: Allergy, 2015, 70: 897-909
  • Ring, J. et al.: S2-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. In: Allergo J Int, 2014, 23: 96-112
  • Rote Liste – Arzneimittelverzeichnis Deutschland (Hrsg.): Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit, Beratungsstellen. (Letzter Abruf: 10.10.2018)
  • Schäfer, T. et al.: S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2014. In: Allergo J Int, 2014, 23: 186-199
  • Simons, FER. et al.: Anaphylaxis during pregnancy. In: J Allergy Clin Immunol, 2012, 130: 597-606
  • Trautmann, A., Kleine-Tebbe, J. (2013): Allergologie in Klinik und Praxis; Allergene – Diagnostik – Therapie. -2., vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, ISBN: 978-3-13-142182-1
  • Zuberbier, T. et al.: The EAACI/GA²LEN/EDF/WAO Guideline for the Definition, Classification, Diagnosis and Management of Urticaria. The 2017 Revision and Update. In: Allergy 2018; 73(7):1393-1414

Letzte Aktualisierung:

10.09.2018