Besonderheiten bei Kindern

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen - dies gilt auch für ihre allergischen Erkrankungen. Kinder reagieren empfindlicher auf Fremdstoffe, und auch der Krankheitsverlauf gestaltet sich häufig anders. 

Kinder reagieren besonders empfindlich

Kinder reagieren auf Fremdstoffe besonders empfindlich, weil ihr Immunsystem erst im Aufbau ist. Auch ist die kindliche Haut dünner und durchlässiger. Bestimmte allergische Erkrankungen treten typischerweise in einem gewissen Alter auf: Nahrungsmittelallergien dominieren im Säuglingsalter, im Kleinkind- und Grundschulalter werden allergische Reaktionen verstärkt durch Innenraumallergene (Katzenallergene, Hausstaubmilben), aber auch luftgetragenen Allergenen wie Pollenausgelöst. Im Jugendalter herrschen vermehrt Pollensensibilisierungen vor.

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Meist sind es die "klassischen Auslöser" wie

die eine allergische Reaktion verursachen.

Sehr vereinzelt können auch chemische Substanzen aus Bodenbelägen, Möbeln, Spielsachen oder Farben eine Allergie auslösen, deren Bedeutung tritt aber gegenüber anderen Allergenen in den Hintergrund.

Gut zu wissen:

Das Umweltbundesamt (UBA) untersucht in seiner 5. Deutschen Umweltstudie, wie stark Kinder und Jugendliche in Deutschland durch Umwelteinflüsse belastet sind.

Verlauf bei Kindern anders

Typisch für Allergien im Kindesalter ist, dass sich die Krankheiten oft noch weiterentwickeln, und sich auf dem Weg zum Erwachsenwerden sogar ganz zurückbilden können. Das gilt insbesondere für Neurodermitis und frühe Formen der Nahrungsmittelallergie, die ihren Schwerpunkt im Säuglings- und Kleinkindalter (0–2 Jahre) haben. Dagegen bekommen viele Kinder, die als Schulkind Heuschnupfen haben, im weiteren Verlauf zusätzlich Asthma.

Weitere Zahlen und Fakten zur Verbreitung von Allergien im Kindesalter finden sich im Bericht Gesundheit in Deutschland 2015 des Robert Koch-Instituts sowie in dem Ergebnisbericht zur KiGGS-Studie.

Asthma-Diagnose bei Kindern anders als bei Erwachsenen

Bei Kindern unter fünf bis sechs Jahren ist die Diagnose des allergischen Asthmas schwer zu stellen, denn sie bekommen häufig Entzündungen der Bronchien, die nicht in Asthma übergehen. Die Entzündungen sind oftmals durch Infekte verursacht, und die Häufigkeit dieser Infekte bildet sich spätestens bis zum Schulalter wieder zurück. Das klinische Erscheinungsbild ist aber kaum von einem wirklichen Asthma bronchiale zu unterscheiden, welches früh im Leben beginnen kann.

Fördern Impfungen die Entwicklung allergischer Erkrankungen im Kindesalter?

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Die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) hat 2015 ein Positionspapier herausgegeben. Sie fasst darin den aktuellen Stand des Wissens zur Frage zusammen, ob Impfungen die Entwicklung allergischer Erkrankungen fördern. Sie hält fest, dass spezifische Standardimpfungen nicht die allergische Sensibilisierung gegen Umweltallergene und auch nicht die Entwicklung allergischer Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen fördern.

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 11.03.2017 / Quellen
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Letzte Aktualisierung:
11.03.2017

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

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