Allergien bei Kindern vorbeugen

Muttermilch ist für alle Babys die beste Nahrung. Die aktuelle Leitlinie zur Allergieprävention empfiehlt Müttern, vier Monate lang voll zu stillen, das heißt, ausschließlich Muttermilch ohne weitere Kost, auch nicht Tees oder Säfte. Nur wenn die Mutter nicht stillen kann oder darf, sollten Kinder allergievorbelasteter Familien in den ersten vier Monaten hypoallergene Säuglingsnahrung bekommen.  Durch einen bunten Speiseplan sollen Babys dann nach und nach an möglichst viele Nahrungsmittel herangeführt werden.

Gut zu wissen

Ausführliche Informationen über Möglichkeiten der Allergie-Vorbeugung lesen Sie im Kapitel „Prävention“.

Auch später können Kinder mit erhöhtem Allergierisiko noch einiges tun, um einer Erkrankung vorzubeugen. So können sie auf ihr Gewicht achten, da Übergewicht ein zusätzlicher, wenn auch weniger bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung von Asthma ist. Zudem empfehlen Experten, dass unmittelbare Familienangehörige und/oder Mitbewohner auf das Rauchen in der gemeinsamen Wohnumgebung verzichten. Häufiges Lüften, um die Konzentration von Innenraumschadstoffen und vor allem Schimmelpilzsporen gering zu halten, ist eine weitere Möglichkeit, zusätzliche Risikofaktoren gering zu halten.

Studien geben zudem Hinweise darauf, dass das Leben an verkehrsreichen Straßen die Allergieneigung fördern könnte. Entsprechend empfehlen sie, dass Kinder möglichst wenig Autoabgasen ausgesetzt sein sollten. Ebenso gibt es Hinweise aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass mediterrane Kost mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren vorbeugend wirken könnte.

Ernährung in der Schwangerschaft

Foto: ©Rena Marijn/fotolia

Bestimmte Lebensmittel in der Schwangerschaft zu meiden, um das Allergierisiko des ungeborenen Kindes zu senken, hat nach Angaben der aktuellen Leitlinie zur Allergieprävention keinen nachweisbaren Nutzen. Dagegen empfiehlt die Leitlinie den regelmäßigen Verzehr von fettreichem Meeresfisch in der Schwangerschaft auch zur Vorbeugung gegen Allergien. Prä- und Probiotika in der Schwangerschaft bieten dagegen keine wirklich belegten Vorteile zur Allergievorbeugung beim Kind.

Weitere Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft bietet das Netzwerk Junge Familie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Manche andere Empfehlungen haben sich in Studien als nicht präventionsfördernd herausgestellt: So müssen Kinder ohne genetische Vorbelastung nicht vorbeugend auf Haustiere verzichten. Existiert allerdings eine erbliche Allergieneigung, empfehlen Experten, keine Katzen zu halten. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Weglassen einzelner Nahrungsmittel während der Stillzeit bei der Mutter oder in der frühkindlichen Ernährung Allergien vorbeugen hilft.

Mehr Informationen zum Thema Leben mit einer Allergie

Letzte Aktualisierung: 11.03.2017 / Quellen
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Christian Vogelberg

Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V. (GPA)

c/oUniversitätsklinikum Dresden,
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin

E-Mail: Christian.Vogelberg noSp@m@uniklinikum-dresden.de

Für Familien

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bietet auf seiner Seite "Gesund ins Leben - Netzwerk junge Familie" Informationen zu Allergie-Vorbeugung.

Empfehlungen für Eltern

Der Deutsche Allergie-und Asthmabund gibt Eltern umfangreiche Empfehlungen zum Alltag mit ihren Asthma-betroffenen Kindern.

Anaphylaxie-Schulung

Die AG Anaphylaxie Training und Edukation e.V. (AGATE) hat ein standardisiertes Trainingsprogramm entwickelt und bundesweit etabliert. Dort findet sich eine Liste der aktuellen Schulungszentren.

Asthma-Schulung

Die AG Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V. (AGAS) hat die Standards zur Asthmaschulung in Deutschland entwickelt. Betroffene finden hier Informationen und Kontakt zu Schulungszentren in ihrer Nähe.

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