Sekundär- und Tertiärprävention bei Allergien

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Sekundärprävention

Im Gegensatz zur Primärprävention, die Gesunde gesund erhalten möchte, geht es bei Sekundär- und Tertiärprävention darum, das Fortschreiten der allergischen Erkrankung  zu vermeiden, damit sie sich nicht weiter verschlechtert. Die Maßnahmen richten sich also an bereits erkrankte Menschen, die selbst etwas tun möchten, wieder gesünder zu werden, ihren erzielten Gesundheitszustand zu erhalten oder ihre Lebensqualität zu verbessern.

Die Sekundärprävention hat ganz frühe Krankheitsstadien im Blick. Oftmals bestehen noch gar keine Symptome und die Patienten wissen nicht, dass sie bereits erkrankt sind. Eine Voraussetzung, um vorbeugend einwirken zu können ist daher, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt wird.

Für Laien ist es zum Beispiel nicht einfach zu entscheiden, ob Symptome wie Niesreiz, geschwollene Nasenschleimhäute und Fließschnupfen von einem grippalen Infekt oder einer allergischen Rhinitis, also Heuschnupfen herrühren. Oft wird in „Eigenregie“ mit freiverkäuflichen Arzneimitteln und Antiallergika oder anderen Arzneimitteln zunächst selbst therapiert, um die „immer mal wieder“ auftretenden Beschwerden zu lindern. Eine begleitende ärztliche Betreuung fehlt dann.

Darstellung der 3 Präventionsansätze in Bezug auf Allergienbis zur Geburt und im Verlauf des weiteren Lebens

Unbehandelte Allergien können sich verschlimmern

Unbehandelt kann eine nicht erkannte Allergie sich jedoch über Jahre hinweg verschlimmern und dann aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma werden. Man spricht in diesem Fall auch von „Etagenwechsel“ beziehungsweise „Symptomwechsel“, wenn die Entzündung der oberen Atemwege (Nasen-Rachen-Raum) zu den tiefer gelegenen Atemwegen (Bronchien) übertritt und weitere Beschwerden wie Atemnot und Husten entstehen.

Zur Sekundärprävention werden deshalb auch regelmäßige diagnostische Früherkennungsmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen gerechnet. Danach gilt es vor allem, bekannte Allergie-Auslöser zu meiden (Karenz).

Geht es dagegen um bereits weiter fortgeschrittene oder chronisch gewordene Krankheitsstadien, hat man vor allem mögliche Folgeerkankungen, Rückfälle und Komplikationen im Blick. Hier setzt die Tertiärprävention an, unter der man im Allgemeinen Maßnahmen zur Linderung der Symptome,  Rehabilitation und Rückfall-Vorbeugung versteht.

Eine wichtige Voraussetzung, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, ist, dass  Allergiker ihre Erkrankung erkennen, sich mit ihr auseinandersetzen und auch selbst alles Nötige dazu beitragen möchten, dass es ihnen besser geht. Im weiteren Sinne gehören zur Sekundär- und Tertiärprävention daher auch Information und Aufklärung.

Maßnahmen der Sekundär- und Tertiärprävention

In der Praxis ist die Unterscheidung in Sekundär- und Tertiärprävention nicht so sehr von Bedeutung. Wichtig ist zu wissen, wie weit eine Allergie im Einzelfall fortgeschritten ist, und welche Maßnahmen den Betroffenen zum jeweiligen Zeitpunkt helfen und umsetzbar sind.

An dieser Stelle geben wir eine Übersicht von vorbeugenden Maßnahmen. Die wichtigsten Maßnahmen sind ausführlich bei der jeweiligen Allergieform im Unterkapitel „Therapie“ sowie bei den einzelnen Krankheitsbildern beschrieben.

Letzte Aktualisierung: 13. März 2017 / Quellen
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Letzte Aktualisierung:
13. März 2017
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Thomas Werfel

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V.
c/o MHH, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie

E-Mail: Werfel.Thomas noSp@m@mh-hannover.de

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Impfungen lösen keine Allergien aus. Diese Behauptung ist in mehreren Studien widerlegt worden. Über die Zusammenhänge informiert eine Serviceseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.