Voraussetzungen und Überlegungen zur Reha

Die medizinische Rehabilitation ist seit 2007 Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen. Im Gegensatz zu üblichen medizinischen Leistungen im Krankheitsfall muss eine medizinische Reha aber zuerst beantragt werden. Der Antrag wird in der Regel genehmigt, wenn bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Rehabilitationsbedarf: Die/der Betroffene bedarf nachweislich einer Rehabilitationsmaßnahme, etwa wenn durch ein beruflich bedingtes Hautekzem die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann, der Arbeitsplatz also gefährdet ist.
  • Rehabilitationsfähigkeit: Die/der Betroffene ist in der Lage, die Reha anzutreten, das heißt sie/er ist körperlich fit genug und auch motiviert, über längere Zeit aktiv mitzuwirken und dabei zu bleiben.
  • Positive Rehabilitationsprognose: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich durch die Rehabilitation in einem absehbaren Zeitraum Gesundheit und Leistungsfähigkeit bessern.

Wichtige Fragen vor der Antragstellung für eine Reha:

  • Weshalb möchte ich eine Rehabilitation beantragen?
  • Welche Erwartungen und Wünsche verbinde ich mit der Rehabilitation?
  • Welche Klinik und welches Klima eignen sich für meine Beschwerden/mein Krankheitsbild?

Wer eine Reha beantragen möchte, sollte sich zuerst an seine/seinen Haus- oder Fachärztin/-arzt wenden. Sie sind erste Ansprechpartner, um zu klären, ob die Reha medizinisch begründet ist und der Antrag im Einzelfall Aussicht auf Erfolg hat.

Eine Reha ist keine Kur oder eine Art Urlaub, sondern erfordert grundsätzlich die aktive Mitarbeit der Patienten. Dies ist entscheidend für den Erfolg aller rehabilitativen Bemühungen. Deshalb spielen auch Motivation und Wunsch, etwas tun und verändern zu wollen, eine große Rolle.

Fragen im Antrag beziehen sich daher auch auf persönliche Wünsche und Ziele, beispielsweise wie man sich seine berufliche Zukunft vorstellt. Darüber hinaus besteht ein gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht (§ 9 SGB IX). Das bedeutet, dass Betroffene sich ihre Wunschklinik selbst aussuchen können. Diese muss jedoch zertifiziert sein und es dürfen keine medizinischen Gründe gegen die Auswahl sprechen.

Sinnvoll ist es daher, sich bereits im Vorfeld der Antragstellung, am besten schon vor dem Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt Gedanken über Ziele, Art und Ort der Reha zu machen, die dann im Gespräch erörtert werden.

Letzte Aktualisierung: 13. März 2017 / Quellen
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Quellen:
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  • Bundesgesundheitsministerium (Hrsg., 2016): Vorsorge und Rehabilitation
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Forschung in der Rehabilitation. (Letzter Abruf: 13.03.2017)
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Bundesverband der Pneumologen (Hrsg.): Häufigkeit von Asthma bronchiale
  • Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention (Hrsg.): Infoblatt zu einer Reha(bilitation) für Kinder & Jugendliche „Asthma bronchiale“
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.): Therapiekonzept, Leistungsspektrum der Dermatologie
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2009): Rahmenkonzept zur medizinischen Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung (Letzter Abruf: 13.03.2017)
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Ambulante Reha
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Medizinische Rehabilitation: Wie sie Ihnen hilft. - 11. Auflage
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Mit Rehabilitation wieder fit für den Job. - 11. Auflage
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Rehabilitation für Kinder und Jugendliche
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Reha-Therapiestandards für Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale, Adipositas, Neurodermitis
  • Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg., 2016): Zuzahlung - Wer zahlt was
  • Fischer, P.: Vorsorgekuren und Reha-Maßnahmen bei Allergien, Neurodermitis und Asthma. In: Pädiatrische Allergologie in Klinik und Praxis, 1999, 02: 27-28 (aktualisiert 1/2008)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (Hrsg., 2015): Rehabilitations-Richtlinie
  • Hibbeler, B.: Rehabilitation: Krankenkassen in der Pflicht. In: Dtsch Arztebl 2007; 104(17): A-1136 / B-1014 / C-966
  • Marenholz, I. et al.: Meta-analysis identifies seven susceptibility loci involved in the atopic march. In: Nature Communications, 2015 Nov 6;6:8804
  • Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (Hrsg., 2012): Begutachtungs-Richtlinie „Vorsorge und Rehabilitation“
  • Schuh, A.: Die Evidenz der Klima- und Thalassotherapie. Ein Review. In: Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin, 2009, 21(2):96–104 (DOI:10.1159/000287219
  • Werfel, T. Et al, Diagnostik und Stufentherapie der Neurodermitis. In: Deutsches Ärzteblatt, 2014, 111 (29–30): 509-520
Letzte Aktualisierung:
13. März 2017
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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

E-Mail: leitung noSp@m@bzga.de

Rehastätten-Verzeichnis hilft bei der Klinik-Suche

Um Betroffenen die Suche nach einer geeigneten stationären Rehaeinrichtung zu erleichtern, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) ein Online-Verzeichnis eingerichtet mit derzeit über 1000 Adressen, übergreifend über die verschiedenen Versicherungsträger. Gesucht werden kann nach Krankheitsbild, Ort, Postleitzahl und auch Klinikname.