Challenge mit Testmahlzeiten
Um zu überprüfen, ob tatsächlich Weizen oder Gluten Symptome des Reizdarmsyndroms verstärken – oder ob andere Gründe dahinterstecken könnten, bekamen Studien-Teilnehmende mit Reizdarmsyndrom dreimal eine Testmahlzeit an verschiedenen Tagen und im Abstand von 14 Tagen – ohne zu wissen, welche Inhaltsstoffe ihr Essen enthielt.
Die Mahlzeiten sahen gleich aus und schmeckten ähnlich – enthielten aber unterschiedliche Inhaltsstoffe:
- Weizen-Mahlzeit:
Enthielt sowohl Gluten als auch andere Bestandteile von Weizen (beispielsweise Fruktane, also bestimmte Ballaststoffe, die oft bei Reizdarm Beschwerden machen). - Gluten-Mahlzeit:
Enthielt nur isoliertes Gluten, aber keine anderen Weizenbestandteile. - Placebo-Mahlzeit:
Enthielt keine aktiven Reizstoffe – also weder Gluten noch andere Weizenbestandteile.
Die Verschlechterung der Symptome wurde mit einem standardisiertem Verfahren, dem sogenannten IBS-Symptom-Score (Irritable Bowel Syndrome) erfasst.
Symptome auf Weizen, Gluten und Placebo vergleichbar
Von den 29 Teilnehmenden nahmen 28 bis zum Ende an der Studie teil. Bei allen drei Gruppen verschlechterten sich die Symptome nach Weizen, Gluten oder Placebo ähnlich stark. Auch Nebenwirkungen traten bei allen Gruppen vergleichbar häufig auf – schwere Nebenwirkungen gab es in keiner Gruppe.
Verschlechterung der Symptome im Detail:
- Nach Weizen: bei 39 Prozent
- Nach Gluten: bei 36 Prozent
- Nach Placebo: bei 29 Prozent
Erwartungen beeinflussen Symptome stark
Die Beschwerden traten auch nach dem Scheinpräparat (Placebo) ähnlich häufig auf.
Das spricht dafür, dass nicht unbedingt Weizen oder Gluten allein die Ursache der Symptome sind. Auch andere Faktoren, wie zum Beispiel die Erwartung der Teilnehmenden oder Zufall, könnten eine Rolle spielen. Von einer gluten- oder weizenfreien Ernährung profitiert daher nur ein Teil der Teilnehmenden tatsächlich – Ernährungsanpassungen sollten daher sowohl für individuell und wissenschaftlich-geprüft erfolgen.