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Epigenetik und Allergie

Epigenetische Faktoren

Die Gene sind durch die Abfolge der DNA-Bausteine bestimmt und liefern die Vorlage für Eiweiße, Zellen und andere Bestandteile des Körpers. Ob und wie Gene abgelesen werden, rückt zunehmend in das Interesse der Forschung und wird als „Epigenetik“ bezeichnet (vom griechischen „epi“ = darauf, darüber).

Wissenschaftliche Beratung:
Dr. Stefan Dehmel, Helmholtz Zentrum München
E-Mail: stefan.dehmelspam prevention@helmholtz-muenchen.de
Prof. Dr. Heidrun Behrendt, Dir. Emer. Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM)
E-Mail: heidrunbehrendtspam prevention@web.de

Die Gene sind durch die Abfolge der DNA-Bausteine bestimmt und liefern die Vorlage für Eiweiße, Zellen und andere Bestandteile des Körpers. Ob und wie Gene abgelesen werden, rückt zunehmend in das Interesse der Forschung und wird als „Epigenetik“ bezeichnet (vom griechischen „epi“ = darauf, darüber).

Wissenschaftliche Beratung:
Dr. Stefan Dehmel, Helmholtz Zentrum München
E-Mail: stefan.dehmelspam prevention@helmholtz-muenchen.de
Prof. Dr. Heidrun Behrendt, Dir. Emer. Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM)
E-Mail: heidrunbehrendtspam prevention@web.de

Umwelt und Verhalten wirken sich auf die Gene aus

Im Gegensatz zu den Genen sind epigenetische Strukturen durch das eigene Verhalten und die Umwelt beeinflussbar. Gleichzeitig sind diese verhaltens- und umweltbedingten epigenetischen Prägungen allerdings auch vererbbar.

Es sind also nicht nur „die Gene“, die eine allergische Erkrankung bedingen. Die Umwelt und das eigene Verhalten wirken sich auf epigenetische Strukturen aus, wodurch die Erbstruktur als Ganzes (Genetik und Epigenetik) verändert wird:

  • So ist beispielsweise bekannt, dass werdende Mütter durch Rauchen epigenetische Veränderungen im Embryo hervorrufen, die das Asthmarisiko der Kinder deutlich steigern.
  • Darüber hinaus konnten Forschende zeigen, dass sich die Asthma auslösenden epigenetischen Folgen des Rauchens bis in die dritte Generation hinein niederschlagen.

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Quellen

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

  • Arshad, H.S. et al.: The effect of parental allergy on childhood allergic diseases depends on the sex of the child. In: Journal of Allergy & Clinical Immunology, 2012, 130(2): 427-434
  • Biedermann, T. et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN: 9783642372025
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Darsow, U., Raap, U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
  • Frei, T.: Globale Klimaerwärmung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. In: Allergologie, Nr. 8/2017, S. 320-326
  • Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Spezialbericht Allergien, Teil 6 Präventionsstrategien, 2000. (Letzter Abruf: 09.03.2017)
  • Höflich, C.: Klimawandel und Pollen-assoziierte Allergien der Atemwege. In: UMID – Umwelt und Mensch – Informationsdienst Ausgabe 1 (März) 2014.
  • Riiser, A.: The human microbiome, asthma, and allergy. In: Allergy, Asthma & Clinical Immunology, 2015, 11: 35

Letzte Aktualisierung: 15. November 2018

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