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Reizdarm: Das Mikrobiom hat einen Einfluss

Reizdarmsyndrom verstehen – besser leben

Das Reizdarmsyndrom (RDS) zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts – rund 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Viele wissen jedoch zu wenig über mögliche Ursachen und Zusammenhänge. Dabei erleichtert fundiertes Wissen die Suche nach erfahrenen Fachleuten und erhöht die Chance auf wirksame Therapien. Im Folgenden finden Sie einen Überblick mit geprüften Informationen zu diesem komplexen Krankheitsbild.

Reizdarm: Ursachen und Symptome

Typische Beschwerden des Reizdarmsyndroms sind wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Durchfall und Verstopfung. Die Ursachen sind vielfältig: Veränderungen in der Darmbewegung, eine gestörte Darmflora, eine Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut, psychische Belastungen oder eine Kombination dieser Faktoren. Oft ist auch die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn gestört.

Ähnliche Symptome und doch keine Allergie

Häufig wird das RDS mit Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten verwechselt, da auch dort Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme auftreten können. Der entscheidende Unterschied: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem nachweisbar auf bestimmte Nahrungsbestandteile – beim Reizdarmsyndrom nicht. Allergietests fallen daher in der Regel unauffällig aus. Auch teure Selbsttests, etwa „IgG-Tests“, sind wissenschaftlich nicht belegt und führen oft in die Irre.

Fachkenntnis unterstützt bei Diagnose und Therapie

Die Diagnose Reizdarm ist keine Verlegenheitsdiagnose – sondern eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet: Erst wenn andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen wurden, steht die RDS-Diagnose fest. Dazu gehören unter anderem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Darm- oder Eierstockkrebs, Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten. Verwechslungen zu Nahrungsmittelallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten beziehen sich häufig auf Laktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption – beides kann durch einen H2-Atemtest überprüft werden. Auch Zöliakie sollte gezielt ausgeschlossen werden, da eine vorschnelle glutenfreie Ernährung zu Fehldiagnosen führen kann, denn: Für eine sichere Zöliakie-Diagnose ist eine glutenhaltige Ernährung in den Wochen vor der Untersuchung notwendig.

Zusammengefasst: Eine sorgfältige ärztliche Abklärung ist der erste Schritt. Wichtig sind hierbei ausführliche Gespräche, um mögliche Auslöser wie Stress, bestimmte Lebensmittel oder vorausgegangene Infekte zu erkennen.

Von Ernährung bis Entspannung: Hilfe bei Reizdarm

Therapiemöglichkeiten sind vielfältig und können individuell kombiniert werden:

  • Ernährungsanpassung: Zum Beispiel eine zeitlich begrenzte Low-FODMAP-Diät unter fachlicher Begleitung, gezieltes Meiden individuell unverträglicher Lebensmittel oder ballaststoffreiche Kost bei Verstopfung.
  • Medikamente: Krampflösende Mittel gegen Bauchschmerzen, Präparate zur Regulierung des Stuhlgangs, Probiotika zur Unterstützung der Darmflora oder Gallensäurebinder bei Durchfall.
  • Psychologische Verfahren: Stressmanagement, Entspannungsübungen, kognitive Verhaltenstherapie zur Linderung von Symptomen.
  • Lebensstilmaßnahmen: Regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und geregelte Essenszeiten.
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