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Illustration of human microbiota

Wie hängen Mikrobiom und Allergien zusammen?

Ob im Darm, der Lunge oder auf der Haut – jeder Mensch trägt rund 38 Billionen Mikroorganismen auf und in seinem Körper. Spannend ist, dass diese Mikrobiota Ökosysteme bilden und die Entstehung von Allergien beeinflussen können.

Das Mikrobiom beeinflusst das Immunsystem  

Bereits in den ersten Lebensmonaten prägen sich die Mikrobiome in Darm, Lunge und Haut aus und beeinflussen langfristig das Immunsystem. Studien weisen darauf hin, dass Kaiserschnittgeburten, Antibiotikabehandlungen und Flaschennahrung die mikrobiellen Gemeinschaften verändern und das Allergierisiko erhöhen können. Eine abwechslungsreiche Ernährung und Rauchverzicht in der Schwangerschaft unterstützen hingegen die Entwicklung eines gesunden Mikrobioms.  
Der Bauernhof-Effekt zeigt, dass Kinder, die in einer Umgebung mit vielen Mikroben aufwachsen, ein geringeres Asthma-Risiko haben. 

Im Video im unteren Abschnitt der News erklärt der Mikrobiologe Prof. Michael Schloter, warum es wichtig ist, dass Kinder in der frühen Lebensphase mit möglichst vielen Mikroorganismen, wie sie beispielsweise auf dem Bauernhof vorkommen, in Kontakt kommen.  

Ein gestörtes Mikrobiom kann Allergien begünstigen

Sind die Mikrobiome auf der Haut, in der Lunge und im Darm gestört, ist das Risko für die Entstehung einer Allergie erhöht. Vor allem das Darmmikrobiom spielt hier eine zentrale Rolle: Neben dem, dass es grundsätzlich das Immunsystem beeinflusst, hat es auch Auswirkungen auf die Lunge: Eine gestörte Darmflora kann Atemwegserkrankungen wie Asthma begünstigen. Forschende sprechen deshalb von der Darm-Lungen-Achse und untersuchen, ob eine Stabilisierung des Darmmikrobioms mit Probiotika helfen könnte, auch in der Lunge allergische Reaktionen zu verringern. 

Das Hautmikrobiom beeinflusst vorrangig die Entstehung von Neurodermitis: Bei Personen mit Neurodermitis dominieren entzündungsfördernde Bakterien. Daher zielen neuartige Therapieansätze darauf ab, das Hautmilieu zu regulieren und nützliche Mikroorganismen gezielt zu fördern. Da Neurodermitis als Einfallstür für die Entstehung weiterer Allergien gilt, sind weitere allergische Folgeerkrankungen zwar nicht direkt erkennbar, ein verstärktes Auftreten jedoch möglich.

Neue Therapieansätze und zukünftige Forschung  

Der Einfluss des Mikrobioms auf das Immunsystem und damit auch auf die Entstehung von Allergien rückt zunehmend in den Fokus der Gesundheitsforschung – mit dem Ziel, individuelle und wirksame Therapieansätze zu entwickeln. 

Weiterführende Links:  

Video: Prof. Michael Schloter erklärt, wie das Mikrobiom vor Allergien schützt.

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