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Kinder älterer Eltern entwickeln seltener Allergien

Während bestimmt gesundheitliche Risiken für das Kind erhöht sind, wenn Eltern bei der Geburt ihres Kindes älter sind, deutet eine große Studie aus Japan jetzt darauf hin, dass das Allergierisiko für die Kindern sinkt.

Große Langzeitstudie mit fast 35.000 Familien 

Forschende analysierten Daten aus der Japan Environment and Children’s Study, einer großen Bevölkerungsstudie, die den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Gesundheit von Kindern untersucht. Ausgewertet wurden die Daten von 34.942 Mutter-Kind-Paaren. 

Die Eltern wurden befragt, ob ihre Kinder im Alter von 1, 2 und 4 Jahren Anzeichen von Allergien hatten – etwa Nahrungsmittelallergien, Ekzeme, pfeifende Atmung oder Asthma. 

Allergien bei Kindern älterer Mütter etwas seltener 

Die Ergebnisse zeigten einen klaren Trend: Mit zunehmendem Alter der Mutter nahm die Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien bei den Kindern ab. 

  • Mütter 25–29 Jahre: etwa 7,3 Prozent der Kinder hatten eine Nahrungsmittelallergie im Alter von einem Jahr 

  • Mütter 35–39 Jahre: etwa 6,1 Prozent 

  • Mütter ab 40 Jahren: etwa 4,3 Prozent 

Auch pfeifende Atemgeräusche im Alter von vier Jahren, die ein Hinweis auf beginnende Asthma-Probleme sein können, traten bei Kindern älterer Mütter etwas seltener auf. 

Darüber hinaus stellten die Forschenden fest, dass Kinder dieser Gruppe seltener gegen Hausstaubmilben sensibilisiert waren. Ein höheres Alter des Vaters zeigte einen ähnlichen Zusammenhang. 

Lebensumstände könnten wichtiger Einflussfaktor sein 

Die Studie kann nicht erklären, warum dieser Zusammenhang besteht. Die Forschenden vermuten jedoch, dass Lebensumstände eine Rolle spielen könnten. Ältere Eltern haben oft bereits eine stabilere berufliche und finanzielle Situation, was möglicherweise zu einem ruhigeren und stabileren Umfeld für Kinder führt.  

Zusammenhang gefunden – Ursache noch unklar 

Es handelt sich um Beobachtungsdaten, kein direkter Beweis. Die Ergebnisse zeigen nur einen statistischen Zusammenhang, keine direkte Ursache. Das bedeutet: Ein höheres Alter der Eltern schützt nicht automatisch vor Allergien. Dennoch liefern die Daten interessante Hinweise darauf, welche Faktoren die Entwicklung von Allergien bei Kindern beeinflussen könnten. 

Quelle:  

K. Yamamoto-Hanada et al.: Parental Age and Childhood Allergy Risk. JAMA Netw Open. Januar 2026. 

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