Praxisorientiert präsentierten fünf angesehene Referentinnen und Referenten das Wichtigste zu Ursachen und Behandlung der Neurodermitis. Auch aktuelle Forschungsansätze kamen nicht zu kurz.
Umwelt und andere Einflussfaktoren auf die Neurodermitis
Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Direktorin des Lehrstuhls und Instituts für Umweltmedizin, Helmholtz Zentrum München) zeigte Faktoren auf, welche die Krankheitsentstehung und den Verlauf der Neurodermitis beeinflussen können und ging dabei besonders auf menschgemachte und natürliche Umweltfaktoren ein. Sie stellte heraus, dass es neben den klassischen inzwischen sehr moderne Medikamente gibt, die vielen Betroffenen helfen können.
Prof. Dr. Regina Fölster-Holst (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel) erläuterte in ihrem Vortrag die Besonderheiten der Haut von Kindern. Bei kleinen Kindern ist die Hautbarriere noch nicht voll funktionsfähig. Die tägliche Basispflege ist daher bei Kindern mit Neurodermitis von besonderer Bedeutung.
Basispflege als Grundsäule der Neurodermitis-Behandlung
Dass die Basispflege mehr ist als „nur“ Pflege, darin waren sich alle Vortragenden einig. Dr. Andreas Weins (Universitätsklinikum Augsburg) betonte, wie wichtig die Fettversorgung der Haut durch regelmäßiges Eincremen zur Vorbeugung aktuer Neurodermitis-Schübe ist, und gab praktische Tipps für die Auswahl der richtigen Pflegeprodukte.
Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier (Universitätsspital Zürich) stellte insbesondere Maßnahmen vor, mit denen Menschen mit Neurodermitis den quälenden Juckreiz besser in den Griff bekommen können. Als wichtigstes Instrument für einen guten Umgang mit der Hauterkrankung nannte er die Patientenschulungen.
Die Rolle des Hautmikrobioms bei Neurodermitis
Der Mikrobiologe Dr. Matthias Reiger (UNIKA-T, Helmholtz Zentrum München) berichtete, dass das Hautmikrobiom – also die Gemeinschaft der Bakterien und anderer Mikroorganismen auf der Haut – bei Menschen mit Neurodermitis verändert ist. Dies betrifft sowohl Hautbereiche mit Ekzemen als auch nicht sichtbar betroffene Areale. Aktuell werden Möglichkeiten erforscht, wie nützliche Mikroogranismen gefördert und ungünstige verdrängt werden können.
Über ihre Vorträge hinaus nahmen sich die Referentinnen und Referenten auf dem Patientenforum viel Zeit für die persönlichen Fragen der Teilnehmenden. Insgesamt fand die Veranstaltung sehr guten Anklang, sodass sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch die Veranstalter rund um zufrieden waren.
>> Einen ausführlichen Nachbericht zum Patientenforum Allergie 2019 finden Sie hier