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Kollagen – ein weiteres Allergen für die Diagnostik von Fischallergien

Kollagen ist ein Protein, das in Fisch, aber auch in anderen Lebensmitteln sowie Kosmetikprodukten enthalten ist. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien haben nun zusammen mit australischen Forschenden herausgefunden, dass das allergene Potential von Kollagen einen Beitrag zur Entwicklung von Fischallergien leistet. Sie fordern daher, die Substanz in die Diagnostik mit aufzunehmen.

Die Verbreitung von Allergien gegen Fisch nimmt zu. Nicht nur der Genuss von Fisch, sondern schon der alleinige Hautkontakt mit Fisch oder das Einatmen von Fischdämpfen können bei Allergikern allergische Reaktionen hervorrufen. Als Hauptallergen bei einer Fischallergie gilt Parvalbumin, ein Eiweiß aus dem weißen Muskelfleisch des Fisches. Das Eiweiß Kollagen war für die Ausprägung einer Fischallergie bislang nicht als besonders relevant erachtet worden. Es wurde auch in der Diagnostik nicht eingesetzt, da es sich in Allergietests im Gegensatz zu anderen Allergenen als schwer löslich erwies.

In ihrer Studie untersuchten die Forschenden der Medizinischen Universität in Zusammenarbeit mit australischen Kolleginnen und Kollegen 101 Patienten mit Fischallergie. Sie stellten fest, dass bei 20 der 101 Patienten Kollagen als Allergen eine wichtige Rolle in der IgE-Sensibilisierung übernimmt.

Die Forschenden schließen aus ihrer Studie, dass Kollagen als mögliches Allergen in die Routinediagnostik einbezogen werden sollte, um die Diagnose von Fischallergien zu verbessern. Weitere Studien müssen zeigen, ob und wie dies umsetzbar sein wird.

 

Quellen:
Kalic, T. et al.: Collagen—An Important Fish Allergen for Improved Diagnosis. – In: The Journal of Allergy and Clinical Immunology in Practice. Vol. 8, 9, Oct 2020: 3084-3092.e10

Schneider, C. et al.: Kollagen als Allergen bei Fischallergie identifiziert. – netdoctor.at. online 27.08.2020