Geringeres Risiko für Erdnussallergie bei frühem Verzehr
Die aktualisierten Ernährungsempfehlungen basieren auf der LEAP-Studie, Diese Studie zeigte: Kinder zwischen 4 und 11 Monaten mit ausgeprägter Neurodermitis und / oder Hühnereiallergie hatten ein deutlich geringeres Risiko für eine Erdnussallergie, wenn sie regelmäßig Erdnüsse aßen. Bis zum Alter von fünf Jahren verringerte sich das Risiko um mehr als 80 Prozent.
In der aktuellen Studie werteten Forschende der American Academy of Pediatrics nun Gesundheitsdaten von über 120.000 Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren aus. Sie verglichen die Häufigkeit von allergischen Erkrankungen vor und nach der Einführung der neuen Leitlinien zur frühen Erdnusseinführung sowie nach den ergänzenden Empfehlungen .
Deutlicher Rückgang der Erkrankungen
Das Ergebnis: Der Anteil der Kinder mit einer ärztlich diagnostizierten Erdnussallergie sank nach Einführung der Leitlinien von 0,79 Prozent auf 0,45 Prozent. Auch die Häufigkeit aller durch IgE-Antikörper vermittelten Lebensmittelallergien ging deutlich zurück – von 1,46 Prozent auf 0,93 Prozent. Diese Abnahme war statistisch hochsignifikant.
Die Studienergebnisse bestätigen damit, dass die frühzeitige Gabe von Erdnussprodukten – etwa im Alter von vier bis sechs Monaten – das Risiko für Allergien nachhaltig senken kann. Der Ansatz beruht auf der Annahme, dass das kindliche Immunsystem durch den frühen Kontakt mit potenziellen Allergenen eine Toleranz entwickelt.
Die Gründe für den Rückgang anderer Allergien wie Ei und Milch sind unklar – die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die beobachteten Diagnosezahlen vor und nach den Leitlinien.
Neue Empfehlungen für Ernährung im Kleinkindalter
Frühere Empfehlungen, Erdnüsse oder andere allergene Lebensmittel möglichst lange zu meiden, gelten heute als überholt. Stattdessen empfehlen Fachgesellschaften inzwischen, Erdnuss, Ei und andere potenzielle Allergene frühzeitig in kleinen Mengen einzuführen – sofern keine ärztlichen Gegenanzeigen bestehen.
Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass sich diese Leitlinien auch im Alltag positiv auswirken: Kinderärzt:innen setzen die Empfehlungen zunehmend um, und die Zahl der neu auftretenden Lebensmittelallergien sinkt.
Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Schritt für die öffentliche Gesundheit – und eine Bestätigung dafür, dass Prävention im Säuglingsalter beginnen kann.
Quelle:
J. Stanislaw et al.: Guidelines for Early Food Introduction and Patterns of Food Allergy. American Academy of Pediatrics (2025)