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Überempfindlichkeitsreaktionen auf Kontrastmittel mit Jod

In Deutschland werden immer mehr Computertomographien (CT) durchgeführt. Bei etwa jeder zweiten Untersuchung werden jodhaltige Kontrastmittel eingesetzt, die zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen können. Wie häufig dies vorkommt, untersuchte nun ein südkoreanisches Wissenschaftsteam.

Die Forschenden werteten die Daten von 196.081 Patientinnen und Patienten aus, die sich zwischen März und Oktober 2017 einer CT-Untersuchung unterzogen hatten. Überempfindlichkeitsreaktionen traten nur selten auf: bei insgesamt 1.433 Personen. Das entspricht 0,73 Prozent.

In den meisten Fällen traten nur leichte Symptome auf. Die Betroffenen berichteten von örtlich begrenzter Quaddelbildung oder Juckreiz, Hautschwellungen, Juckreiz oder Kratzen im Hals, verstopfter Nase, Niesen, Bindehautentzündung und Fließschnupfen. Die Beschwerden verschwanden von selbst wieder und mussten nicht behandelt werden.
 

Mittelschwere und schwere Reaktionen selten

Bei einem geringen Anteil der Patientinnen und Patienten kam es zu mittelschweren Symptomen wie an unterschiedlichen Stellen auftretenden Quaddeln, Juckreiz und Hautrötungen oder Gesichtsschwellungen ohne Atembeschwerden. Die meisten Betroffenen erhielten Antihistaminika und zum Teil „Cortison“.

Schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktionen wie Gesichtsschwellungen mit Atembeschwerden oder ein anpahylaktischer Schock waren sehr selten. Sie traten bei 17 Patientinnen und Patienten (0,01 Prozent) auf.
 

Risikogruppen identifiziert

Aus ihren Ergebnissen konnten die Forschenden verschiedene Risikogruppen ableiten, bei denen Überempfindlichkeitsreaktionen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auftreten. Dazu zählen Überempfindlichkeitsreaktionen bei vorangegangenen Untersuchungen mit Kontrastmitteln sowie Fälle davon in der Familie. Weitere Risikofaktoren waren eine Medikamentenallergie, Asthma und andere allergische Erkrankungen sowie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

 

Quelle:

Cha, MJ et al.: Hypersensitivity Reactions to Iodinates Contrast Media: A Multicenter Study of 196081 Patients. In: Radiology, 2019; doi: 10.1148/radiol.2019190485

Aerzteblatt.de: Fast jede hundertste CT-Untersuchung führt zu Überempfindlichkeit auf jodierte Kontrastmittel