Skip to main content

Zeitreise in die Zukunft der Birkenpollen – Heuschnupfen-Allergiker aufgepasst!

Birken- und Gräserpollen sind für viele Menschen mit Heuschnupfen eine Qual. Forschende des Münchner Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM) haben nun mit „KlimaPollen“ eine interaktive Karte entwickelt, auf der man die Birken- und Gräserpollenkonzentration in Bayern in Abhängigkeit verschiedener Parameter ablesen kann. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Konzentration von Birkenpollen in der Luft zu untersuchen.

Birkenpollen sind hochallergen und in Mittel- und Nordeuropa das dominanteste Luftallergen. Bisher – denn auf höhere Temperaturen und sommerliche Dürreperioden reagieren Birken empfindlich: Ihr Bestand wird sich regional verschieben.

Erst mehr dann weniger – so die Prognose für Birkenpollen im bayerischen Flachland

Dass der Klimawandel die Struktur und Funktion von Ökosystemen beeinflusst, wird bereits länger erforscht. Die Wissenschaftler:innen konnten nun mit der interaktiven Pollenvorhersage „KlimaPollen“ die voraussichtliche Entwicklung der Konzentration von Birkenpollen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten darstellen. Für die Birke ergibt sich hier folgendes Szenario: Die Konzentration an Birkenpollen wird in Mittel- und Norddeutschland aufgrund höherer Temperaturen zunächst zunehmen, der Baumbestand der Birke sich dann aber aufgrund von längerfristigen Dürreperioden stark reduzieren und mit ihm die Pollenbelastung. Die Folge: In der jetzigen Verbreitungsregion werden in 40 Jahren deutlich weniger Birkenpollen Heuschnupfen-Allergiker belasten. In höheren Regionen dagegen, in denen dann mildere Temperaturen als jetzt vorausgesagt werden, werden sie vermehr durch die Luft schweben.

Der Südwesten Bayerns könnte Birken-Hotspot werden

Die Prognose der Modelberechnungen von „KlimaPollen“ beschreibt grundsätzlich eine Zunahme der Pollenbelastung in südwestlichen Gebieten Bayerns, in denen bereits in den letzten drei Jahrzenten mehr Pollen in der Luft registriert wurden. Eingeflossen in die wissenschaftliche Voraussage sind Modellberechnungen, die die Birkenpollenproduktion pro Baum, die Birkenverbreitung (Menge an Bäume an einem Ort) und die Quellen, die beeinflussen wie Pollen über Bayern verteilt werden einbeziehen.

KlimaPollen zeigt verschiedene Szenarien 

Die Forschenden stellten fest, dass das Ausmaß der Veränderungen vor allem vom Standort und dem Szenario des Klimawandels abhängt. Für den Anwender bietet das Programm „KlimaPollen“ Standort, Jahr und verschiedene Parameter wie Pollenmenge, Allergierisiko sowie Start, Höhepunkt und Ende der Pollensaison als wählbare Variablen, um verschiedene Szenarien und die hierfür errechnete Pollenkonzentration virtuell nachzustellen. Auf einer Zeitachse kann zwischen den Daten von 1989 bis zu prognostizierten Daten 2085 gewählt werden und so auch Voraussagen für die Zukunft abgelesen werden.

Das Studiendesign

Für diese Studie wurden Pollendaten von 28 Messstationen in Bayern verwendet, mit Zeitreihen von bis zu 30 Jahren Länge. Bayern diente hierfür als Fallstudie.

 

Quelle:

 Rojo et al.: Effects of future climate change on birch abundance and their pollen load, Global Biology Change, August 2021

 

Weitere interessante Informationen zu diesem Thema: