18. Dezember 2018
Prävention

Allergierisiko und Probiotika

Eine Studie aus Neuseeland liefert erste Hinweise darauf, dass ein Probiotikum aus Lactobacillus rhamnosus das Risiko für eine Allergie senken könnte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ‚Pediatric Allergy and Immunology‘ veröffentlicht.

Lactobacillen in könnten vor Allergien schützen

© scienceandart/ Fotolia

Möglicherweise kann das Bakterium Lactobacillus rhamnosus vor einer Allergie schützen. In einer Studie wurden werdende Mütter nach einem Zufallsprinzip in drei Gruppen à zirka 100 Personen aufgeteilt (randomisiert). Eine Gruppe erhielt ein Scheinmedikament (Placebo), eine ein Präparat mit Bakterien namens Lactobacillus rhamnosus HN001 und eine dritte Gruppe ein Mittel mit Bakterien namens Bifidobacterium lactis HN019.

Die Frauen nahmen die Bakterien täglich als Kapsel ein, beginnend in der 35. Schwangerschaftswoche. Sie beendeten die Einnahme sechs Wochen nach der Geburt, beziehungsweise früher, sobald sie abstillten. Die Kinder bekamen ebenfalls das Präparat von Geburt an bis zum Alter von zwei Jahren. Sie wurden in regelmäßigen Abständen untersucht, das letzte Mal im Alter von elf Jahren.

Die Lactobacillen schienen in der Studie vor der Entwicklung von Ekzemen und atopischer Sensibilisierung zu schützen. Die Bifidobakterien erbrachten hingegen keinen Effekt. Die frühkindliche HN001-Einnahme senkte die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in den ersten elf Lebensjahren irgendwann Ekzeme hatten, um etwa 40 Prozent. Das Risiko, dass sie bis zu diesem Alter erste Anzeichen eines Asthmas zeigten, sank etwa um ein Viertel.  

 

Lenken die Bakterien das Immunsystem in die richtige Richtung?

Möglicherweise wirkten die Bakterien auf die Entwicklung des Immunsystems ein, so die Forschenden. Dies könnte dazu führen, dass die sogenannte Th2‐vermittelte Antwort abgemildert werde, und die Hautbarriere bei genetisch gefährdeten Kindern gestärkt werde. Die vorliegende Studie wurde unter anderem von dem Unternehmen finanziert, das die getesteten Präparate herstellt.

Kürzlich erschien eine Übersichtsstudie, welche die Beweislage zu Probiotika und Kuhmilchallergie prüfte. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass die Verwendung von Probiotika die Symptome von Kindern mit Kuhmilchallergie wahrscheinlich lindern kann. Allerdings seien einige Studienergebnisse etwas ungenau.   Außerdem würden einige Kinder durch  Verabreichung von Lactobacillus rhamnosus wahrscheinlich eine Toleranz gegenüber der Kuhmilch  entwickeln, schreiben die Autoren.

Fazit: Möglicherweise könnte die Gabe von L. rhamnosus tatsächlich eine schützende Wirkung haben. Weiterführende Forschung ist nötig, um die Ergebnisse zu untermauern.

Quellen:

Wickens K., et al.: Effects of Lactobacillus rhamnosus HN001 in early life on the cumulative prevalence of allergic disease to 11 years. In: Pediatr Allergy Immunol. 2018;29 S. 808–814. 
Tan-Lim C.S.C & Esteban-Ipac N.A.R.:  Probiotics as treatment for food allergies among pediatric patients: a meta-analysis. In: World Allergy Organ J. 2018 Nov 6;11(1):25. doi: 10.1186/s40413-018-0204-5

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