20. Juli 2018
Nahrungsmittelallergie

Gibt es bald hypoallergene Früchte?

Bestimmte Sorten von Tomaten und Erdbeeren enthalten weniger allergieauslösende Stoffe als andere. Dies haben Wissenschaftler herausgefunden und in der Fachzeitschrift Plos One veröffentlicht. Durch Zucht könnten vielleicht Früchte entstehen, die für Kreuzallergiker verträglich sind. Bisher gilt aber, dass Betroffene Früchte meiden oder kochen sollten, auf die sie reagieren.

Tomaten in allen Größen und Farben

© eflstudioart/fotolia

Viele Pollenallergiker reagieren zusätzlich auf bestimmte pflanzliche Nahrungsmittel. Das liegt daran, dass diese Eiweißstoffe enthalten, die den Allergenen in Pollen ähneln und deshalb ebenfalls das Immunsystem triggern. Kreuzallergie heißt dieses Phänomen.  Menschen, die gegen Birkenpollen allergisch sind, vertragen etwa Äpfel und Kiwis häufig nicht gut, auch Tomaten und Erdbeeren können Beschwerden verursachen. Letzteren beiden Früchten widmete sich nun ein Wissenschaftsteam der TU München.  


Das Hauptallergen der Birkenpollen (Bet-v-1)  ähnelt einem Eiweiß in Erdbeeren (Fra-a-1) sowie einem in Tomaten (Sola-l-4). Pollenallergiker können nach dem Verzehr dieser Früchte ein orales Allergiesyndrom (Brennen, Jucken, Missempfindung im Mund oder Rachenraum) entwickeln, seltener können sie gar anaphylaktische Reaktionen bekommen. Die verantwortlichen Eiweißstoffe sind hitzelabil, das heißt, sie werden beim Kochen verändert und unschädlich gemacht. Wer rohe Erdbeeren nicht verträgt, kann normalerweise Erdbeermarmelade beschwerdefrei essen; gleiches gilt für Tomatensoße.


Forschende haben nun untersucht, wovon es abhängt, wie viele Allergene Erdbeeren und Tomaten enthalten. Dafür untersuchten sie 23 Sorten Tomaten und 20 Sorten Erdbeeren unterschiedlicher Farbe, Form und Größe. Zusätzlich prüften sie, ob die Anbau- und Verarbeitungsmethode einen Einfluss auf die Allergenkonzentration hat, wie etwa eine Ofen- oder Gefriertrockung der Früchte.

 

Eine Frage der Sorte

Das Ergebnis der Forscherinnen und Forscher: Der Allergengehalt hängt stark von der Sorte ab. Auch die Verarbeitung spielte eine große Rolle, Früchte, die unter Hitzeeinwirkung getrocknet wurden, waren weniger allergen als andere. Ob die Früchte ökologisch oder konventionell angebaut wurden, hatte hingegen keinen nennenswerten Effekt auf die Allergene.


In Zukunft könnten Sorten speziell so gezüchtet werden, dass sie kaum Allergene enthalten. Möglicherweise könnten diese hypoallergenen Sorten dann von Kreuzallergikern verzehrt werden. Bis auf weiteres gibt es allerdings nur ein Mittel: auf rohe Früchte zu verzichten, wenn sie  Beschwerden verursachen.

 

Quellen:
Kurze, E., et al: Effect of tomato variety, cultivation, climate and processing on Sola l 4, an allergen from Solanum lycopersicum. In: PLOS ONE 2018. DOI: 10.1371/journal.pone.0197971.
Kurze, E., et al: Effect of the strawberry genotype, cultivation and processing on the Fra a 1 allergen content. In: Nutrients 2018 10, 857. DOI: 10.3390/nu10070857.
Pressemitteilung der TU München vom 13.07.2018

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