10. August 2018
Allergie gegen Hausstaubmilben

Hausstaubmilben - Stofftiere ins Eisfach?

Bei welcher Temperatur erfrieren Hausstaubmilben? Dieser Frage ging ein Forschungsteam aus den USA nach. Ihre Ergebnisse geben eine Antwort auf die Frage, ob man Stofftiere von jungen Allergikern ins Gefrierfach stecken sollte. Ihre Studie veröffentlichten die Forschenden im Fachmagazin ‚Journal of Allergy and Clinical Immunology‘.

Hausstaubmilben unter dem Mikroskop

© psdesign1/fotolia

Die Liebe zwischen Mensch und Hausstaubmilbe ist sehr einseitig. Während die Achtbeiner sich über alles freuen, was Menschen an Haaren und Hautschuppen verlieren, reagieren viele Menschen allergisch auf diese Mitbewohner und tun alles, um sie loszuwerden. Das ist allerdings fast nicht möglich, so robust und reich an Nachkommen sind die Hausstaubmilben. Häufiges Lüften und Wischen, Filter für Staubsauger, Encasings für die Matratze, Verzicht auf Staubfänger in der Wohnung – all das wird Milbenallergikern geraten, um die Population zu Hause zu dezimieren. Stofftiere und ähnliche Gegenstände sollten zudem regelmäßig ins Gefrierfach gesteckt werden, um die Milben abzutöten, besagt ein weiterer Tipp. Ob dies tatsächlich etwas bringt, untersuchte jetzt ein Forschungsteam.

In einer kleinen Studie analysierten die Wissenschaftler, welche Minustemperaturen Hausstaubmilben aushalten und wie lange. Dabei nutzten sie die Milbenart Dermatophagoides farinae, eine von zwei weit verbreiteten Arten.

 

Normaler Frost tötet Milben nicht

Sie setzten weibliche Milben in mehreren Versuchen vier bis 48 Stunden lang drei verschiedenen Minustemperaturen aus:  -4, -12 und -15 Grad Celsius. Anschließend wurden die Milben wieder bei Raumtemperatur gehalten. Nach dem Kälteschock beobachteten die Forscher die Milben noch weitere 15 Tage lang und erfassten, wie viele von ihnen überlebten und Eier legten.

Von den Milbenweibchen, die 24 Stunden lang bei -15 Grad Celsius aushalten mussten, überlebten einige noch fünf bis sechs Tage lang, keines jedoch bis zum Ende des Beobachtungszeitraums, und keines produzierte Eier. Von den Milbenweibchen, die als Kontrolltiere zeitgleich bei Idealbedingungen gehalten wurden, produzierten hingegen 98 Prozent Eier.

Temperaturen von lediglich - 4 Grad Celsius über 24 Stunden machten den Milben im Experiment hingegen wenig aus. Sie pflanzten sich im Untersuchungszeitraum nach dem Kälteimpuls weiter fort. Für die Praxis heißt dies, dass es Erfolg versprechend ist, etwa das Stofftier eines Kindes einen ganzen Tag lang ins Eisfach zu legen. Die Fortpflanzung von Hausstaubmilben kann so zuverlässig gestoppt werden. Dagegen bringt es nicht viel, zum Beispiel Bettzeug bei mäßigem Frost im Winter auf den Balkon zu legen.

Unklar ist, wie die zweite in Europa häufige Hausstaubmilbenart auf Minustemperaturen reagiert, Dermatophagoides pteronyssinus. Diese wurde in der Studie nicht untersucht. Auch die etwas seltenere, aber ebenfalls vorkommende Art Dermatophagoides microceras kam in der Studie nicht vor.

Quelle:

Feichtner CR et al.: Home freezers kill house dust mites. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology 2018; 141: 451–3

https://doi.org/10.1016/j.jaci.2017.09.028

 

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