02. April 2019
Heuschnupfen

Klimaerwärmung könnte Heuschnupfen verstärken

Ein internationales Forschungsteam hat Hinweise darauf gefunden, dass steigende Temperaturen die Flugdauer und Menge der Pollen beeinflussen. Für Menschen mit Allergien könnte sich damit der Zeitraum der Beschwerden verlängern.

Ein Thermometer zeigt 35 Grad an, direkt dahinter steht die Sonne am Himmel

© John Smith - fotolia.com

Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben analysiert, wie sich Dauer des Pollenflugs und die Menge der Pollen in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Dafür nutzten sie die Daten von 17 Pollenmessstationen auf drei verschiedenen Kontinenten: Europa, Nordamerika und Asien. Im Durchschnitt bezogen sich die Daten auf einen Zeitraum von 26 Jahren. Für die Studie betrachteten sie solche Pollenarten, die oft Allergien verursachen. In Europa waren das unter anderem Birke, Ambrosia und verschiedene Gräser.

An 12 der 17 Pollenmessstationen zeigte sich, dass die Menge an Pollen pro Saison beziehungsweise pro Jahr deutlich zugenommen hat. Und: An 11 Stationen hatte sich die Pollensaison im Beobachtungszeitraum deutlich verlängert, durchschnittlich um 0,9 Tage.

 

Weniger Frost, längerer Pollenflug

Diesen Ergebnissen stellte das Forschungsteam Wetterdaten gegenüber, unter anderem die jeweilige Jahreshöchst- und Tiefsttemperatur sowie die Anzahl der frostfreien Tage im Jahr. Auf der Nordhalbkugel erhöhte sich die Pollenbelastung bei einem Anstieg der Jahreshöchst- und Tiefsttemperatur. Die Zahl der frostfreien Tage hing mit der Dauer des Pollenflugs zusammen. Die Anzahl der frostfreien Tage hing auch in der Südhalbkugel mit der Pollenflugdauer und –belastung zusammen.

Der Aufbau der Studie belegt nicht eindeutig, dass der Anstieg der Temperaturextreme tatsächlich die Ursache für die höhere Pollenbelastung ist. Da das Wetter jedoch einen großen Einfluss auf den Pollenflug hat, liegt dieser Schluss nahe. Die Forschenden schreiben in ihrer Studie, dass sie eine wichtige Verbindung zwischen der fortschreitenden globalen Erwärmung und der öffentlichen Gesundheit darstellen – eine Verbindung, die sich in Zukunft noch verstärken könnte.

 

Quelle:

Ziska, L. H., et al.: Temperature-related changes in airborne allergenic pollen abundance and seasonality across the northern hemisphere: a retrospective data analysis. In: The Lancet Planetary Health: 3;3, S. 124-131, online März 2019.

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