09. März 2018
Allergisches Kontaktekzem

Kontaktallergien durch Acrylat-haltige Nagelkosmetik

Künstliche Nägel werden zur Verschönerung der Hände immer beliebter, die Fallzahlen für Acrylat-verursachte allergische Kontaktekzeme steigen entsprechend an. Ein europäisches Forscherteam untersuchte, wie oft Acrylate in Nagelkosmetika die Ursache für Kontaktallergien sind. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift ‚Contact Dermatitis‘ veröffentlicht.

Frauenhände mit künstlichen Fingernägeln - häufig enthalten sie Acrylate, die Kontaktallerigen auslösen können - © DenisProduction/fotolia

© DenisProduction/fotolia

Acrylate zählen zu den Kunststoffen auf Erdölbasis, die in vielen Bereichen Verwendung finden, als Bindemittel für Farben, beim Zahnersatz. In der Kosmetik finden sie sich etwa in Nagellack oder zur Befestigung und zum Aushärten künstlicher Fingernägel.

Früher traten Kontaktallergien auf Acrylat vor allem bei Zahnärzten, Zahntechnikern, Orthopäden und Krankenschwestern als Berufskrankheit auf. Inzwischen sind insbesondere jüngere Frauen und Nagelstylistinnen betroffen. Typisch für das Ekzem sind Bläschenbildung und Juckreiz.

Zwei von drei Fällen einer Kontaktallergie sind durch Acrylate verursacht

Eine europäische retrospektive Studie untersuchte alle Patientendaten aus elf Kliniken, bei denen zwischen 2013 und 2015 ein durch Acrylat-haltige Nagelkosmetika verursachtes allergisches Kontaktekzem diagnostiziert wurde. 136 Patienten (135 Frauen und ein Mann im Durchschnittsalter von knapp 37 Jahren) waren betroffen. Demnach sind etwa zwei von drei Fällen einer allergischen Kontaktdermatitis durch Acrylate verursacht. Unter den insgesamt 136 Betroffenen waren 59 Nutzerinnen und Nutzer sowie 77 Nagelstylistinnen.

Bei fast 90 Prozent der Betroffenen traten geschädigte Hautstellen an den Händen, bei knapp 37 Prozent  im Gesicht auf. Bei etwas mehr als 10 Prozent der Patienten war nur das Gesicht von diesen Läsionen betroffen. Da auch Inhaltsstoffe aus dem Acrylat verdunsten, kann es außerdem zu Atembeschwerden kommen. Die meisten der Betroffenen reagierten auf zwei oder mehr Acrylat-Verbindungen, vor allem auf Meth-Acrylate, seltener auf Ethyl-Cyanoacrylat.

 

Vorbeugung und Behandlung einer Kontaktallergie: Vermeiden durch Acrylat-freie Kosmetika

Nagelkosmetika sind demnach die häufigsten Verursacher eines Acrylat-bedingten allergischen Kontaktekzems. Die Studienautoren fordern deshalb striktere Bestimmungen und vorbeugende Maßnahmen im Umgang mit Acrylat-haltigen Nagelkosmetika. Die wichtigste Maßnahme in der Therapie von Kontaktallergien ist das Meiden des Allergieauslösers. Künstliche Fingernägel lassen sich auch mit Acrylat-freiem Gel befestigen. Ein Allergie-bedingter Berufswechsel ist dann vermeidbar. Weiterhin empfehlen die Autoren, Handschuhe mehrfach zu wechseln, da die Acrylate durch sie hindurch bis auf die Haut gelangen können. Den direkten Kontakt mit Acrylat-verschmutzten Oberflächen sollten Betroffene unbedingt vermeiden.

Quelle:

Goncalo, M. et al.: Allergic contact dermatitis caused by nail acrylates in Europe. An EECDRG study. Contact Dermatitis, 2017, Dec. 21. DOI: 10.1111/cod. 12942

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.