19. März 2019
Neurodermitis

Wie wirkt sich Luftverschmutzung auf die Haut aus?

Verkehrsabgase könnten das Auftreten von Neurodermitis (atopisches Ekzem) fördern, so lautet das Ergebnis einer systematischen Übersichtsstudie. Dabei scheinen besonders kleinräumige Belastungen einen Einfluss zu haben.

Ein dicht befahrener Highway in Bangkok

© monticellllo - fotolia.com

Deutsche Forscherinnen gingen der Frage nach, ob sich Luftverschmutzung auf die Entstehung von Neurodermitis auswirkt. Bei ihrer systematischen Recherche fanden sie 57 Studien zum Thema, die wissenschaftlichen Anforderungen genügen. Sie beleuchteten Partikel, Stickstoffoxide, Schwefeldioxid, Ozon oder allgemeine Straßenverkehrsemissionen. Dabei zeigten sich Unterschiede, je nachdem, wie die Studien aufgebaut waren:

Studien, in denen Luftschadstoffe nur großräumig erfasst wurden, ließen nicht auf ein erhöhtes Risiko für Neurodermitis schließen. Anders sah es bei wissenschaftlichen Arbeiten aus, die kleinräumige Messungen nutzten. Diese deuten an, dass ein Zusammenhang zwischen starker Luftverschmutzung vor Ort und der Häufigkeit von Neurodermitis besteht.

 

Luftschadstoffe in der Schwangerschaft

Drei aktuelle Studien aus dem ostasiatischen Raum untersuchten Geburtskohorten. Diese weisen darauf hin, dass eine starke Verkehrsbelastung von Schwangeren mit einem gehäuften Auftreten von Neurodermitis beim Kind einhergehen kann. In den älteren Kohortenstudien aus Europa und den USA war dies nicht so klar oder wurde nicht untersucht.

Fünf Langzeitstudien aus Korea zeigten einen Zusammenhang zwischen dem Schweregrad von Ekzemen und der Außenluftbelastung.

In der Gesamtschau ziehen die Autorinnen folgende Schlüsse: Eine starke Luftbelastung durch den Straßenverkehr vor Ort erhöht wahrscheinlich die Häufigkeit von Neurodermitis-Erkrankungen. Hingegen zeigt eine großräumige Belastung mit groben Partikeln (PM10) oder SO2 wohl keinen Effekt.

Auf welche Weise Luftschadstoffe genau die entzündliche Hauterkrankung fördern, ist noch unklar. Ergebnisse aus bisherigen Studien deuten darauf hin, dass sie sowohl die Hautbarriere beeinflussen als auch Immunreaktionen auslösen können.

 

Quelle:

Krämer, U. & Behrendt H.: Luftverschmutzung und atopisches Ekzem. Systematisches Review der Erkenntnisse aus umweltepidemiologischen Studien. In: Der Hautarzt 2019, 70; 3, S. 169–184.

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