Typische Symptome einer allergischen Rhinitis

Das Krankheitsbild der allergischen Rhinitis bleibt häufig nicht nur auf die Nase begrenzt, sondern kann auch mit verschiedenen Allgemein- und Begleitsymptomen einhergehen. Hauptsymptome der allergischen Rhinitis sind Juck- und Niesreiz bis hin zu Niesanfällen, Schwellungen der Nasenschleimhaut mit behinderter Nasenatmung („verstopfte Nase“) und verstärkter Ausfluss von wässrig-klarem Nasensekret („laufende Nase“). Diese Beschwerden treten in der Regel innerhalb von wenigen Minuten nach Allergenkontakt auf.

Sind die Augen mit beteiligt, kommt es zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit Juckreiz, Brennen, Rötung und vermehrter Tränensekretion.

Darüber hinaus können Begleitsymptome auftreten wie Kopfschmerzen, Kopfdruck, Fieber, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl. Dementsprechend sind Allgemeinbefinden und Leistungsfähigkeit oft beeinträchtigt. Auch der Geruchsinn kann vorübergehend eingeschränkt sein.

Insbesondere bei der andauernden, zumeist ganzjährigen Form klagen viele Betroffene zusätzlich über Schlafstörungen und deren Folgen (Müdigkeit, Nervosität, Konzentrationsstörungen) sowie verstärkte Beschwerden am Morgen nach dem Aufstehen oder auch am Abend. Dadurch, dass der Körper den Allergenen unaufhörlich ausgesetzt ist, leiden Betroffene oft andauernd an Symptomen, ohne dass die Schleimhäute sich von dem ständigen Reiz erholen können. Dies führt dazu, dass die Patientinnen und Patienten auch gegenüber anderen, nicht durch Allergene hervorgerufenen unspezifischen Reizen oft empfindlicher reagieren als Gesunde. Man spricht dann von (nasaler) Hyperreaktivität. Typische unspezifische Reize sind Staub, Rauch, Dämpfe, intensive Gerüche, rasche Temperaturschwankungen, chemische Reizstoffe, erhöhte Ozonkonzentration in der Luft oder auch Luftzug.

All diese Beschwerden können die Betroffenen erheblich belasten und ihre Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Gut zu wissen:

Die allergische Rhinitis ist keine harmlose Erkrankung und sollte deshalb immer angemessen und fachgerecht behandelt werden.

Unterschiedlicher Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf einer allergischen Rhinitis kann sehr unterschiedlich sein und lässt sich meist nicht voraussagen. Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden mit zunehmendem Alter. Besonders bei jüngeren Patienten neigt der allergische Schnupfen allerdings oft dazu, sich zu verschlechtern und sich auf mehr auslösende Allergene auszuweiten. Damit erhöht sich auch das Risiko für zusätzliche Komplikationen, wie Infektionen, Verengung der Atemwege oder Bildung von Polypen in der Nase und den Nasennebenhöhlen.

 

Folge- und Begleiterkrankungen

Häufige Folge- oder Begleiterkrankungen sind neben allergischem Asthma bronchiale Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), Nasenpolypen (Polyposis nasi) und Entzündungen der Ohren (Otitis), Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis (atopisches Ekzem). Bei Kindern können Gedeihstörungen auftreten.

 

Erhöhtes Risiko für allergisches Asthma

Eine relativ häufige und gefürchtete Komplikation ist der Übergang in ein allergisches Asthma bronchiale: Wird ein allergischer Schnupfen nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, kommt es in etwa einem Drittel der Fälle zu einem sogenannten „Etagenwechsel“, das heißt die Symptome weiten sich von den oberen auf die unteren Atemwege, also die Lungen aus. Das Risiko, an Asthma zu erkranken, ist bei Patienten mit allergischer Rhinitis etwa um das Dreifache höher als bei Gesunden im gleichen Alter. Umgekehrt leiden viele Asthma-Patienten auch unter einer Rhinitis allergica.

Frühe Warnzeichen für einen „Etagenwechsel“ sind pfeifende Atemgeräusche, wiederholter Husten oder Atembeschwerden. Sie treten vorwiegend in Zusammenhang mit einem Allergenkontakt und unabhängig von einer Infektion der Atemwege („Erkältung“, grippaler Infekt) auf. Wenn diese Symptome sich bemerkbar machen, ist eine ärztliche Untersuchung und Behandlung dringend angeraten.

 

Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln

Viele Menschen mit Pollenallergie reagieren empfindlich auf bestimmte, sogenannte Pollen-assoziierte Nahrungsmittel, darunter vor allem Nüsse, Obst-und Gemüsesorten. Man bezeichnet diese Zusammenhänge als Kreuzallergie oder Orales Allergie-Syndrom.

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Letzte Aktualisierung: 20. März 2018 / Quellen
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Quellen:

Allergische Rhinitis

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Letzte Aktualisierung:
20. März 2018

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