Hausstaubmilbenallergie: Prävention

Die Zahl der Hausstaubmilben mithilfe von allergiedichten Matratzenbezügen zu reduzieren ist eine denkbare Maßnahme zur Vorbeugung von Hausstaubmilbenallergien. Allerdings gibt es laut Leitlinie zur Allergieprävention  keine aussagekräftigen Studien, welche die Umhüllungen der Matratzen zur primären Prävention von Hausstaubmilbenallergien stützen. Somit kann diese Maßnahme zur Vorbeugung nicht empfohlen werden.

Verschiedene allgemeine Maßnahmen können nach den Empfehlungen der kinderärztlichen Beratungsstelle für Allergie- und Umweltfragen mehr oder weniger gut dazu beitragen, den Milbengehalt in der Wohnung zu reduzieren.

Schlafzimmer

  • Das Schlafzimmer sollte trocken und kühl sein, die Luftfeuchtigkeit nicht über 45 – 55 Prozent, die Temperatur nicht über 18-20 Grad Celsius liegen. Vorsicht, kühlere Raumtemperaturen fördern die Bildung von Schimmelpilzen.
  • Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit; sie sollten daher nicht im Schlafzimmer stehen.
  • Im Schlafzimmer sollten möglichst wenige Möbel stehen, geschlossene Schränke sind gegenüber Regalen von Vorteil.
  • Das Bettgestell sollte auf Füßen liegen, damit die Matratze auch von unten gut belüftet ist.
  • Das Bettzeug sollte aus Baumwolle bestehen und täglich gelüftet werden. Die Bettwäsche sollte alle ein bis zwei Wochen gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden. Bettdecken und Kissen sollten ebenfalls waschbar sein. Es genügt, sie alle drei Monate bei 60 Grad zu waschen.
  • Haustiere gehören nicht ins Schlafzimmer von allergiegefährdeten Menschen. Auch ihre Hautschuppen liefern den Milben Nahrung.

Übrige Wohnung

© VadimGuzhva/fotolia
Das Staubsaugen sollte von Haushaltsmitgliedern ohne Milbenallergie erledigt werden.
  • Glatte Böden regelmäßig saugen und feucht wischen.
  • Das Staubsaugen sollte von Haushaltsmitgliedern ohne Milbenallergie erledigt werden. Denn während des Saugvorgangs erhöht sich die Milbenkonzentration in der Luft. Betroffene sollten einen Mundschutz tragen.
  • Für Staubsauger gibt es so genannte HEPA-Filter, die kleinste Schwebteilchen zurückhalten. Fliesen, Laminat oder Parkett sind generell besser als Teppichböden. Saugen reicht nicht aus, um Milben aus Teppichen zu entfernen.
  • Nachtspeicheröfen sollten nicht benützt werden, da sie im Raum Luft und damit Allergene aufwirbeln.
  • Eine Fußbodenheizung sorgt für Trockenheit auf dem Boden, kein angenehmes Klima für Milben. Sie darf allerdings den Boden nicht auf mehr als 23 Grad aufheizen.

Sonstige Empfehlungen

  • Raumtextilien wie Vorhänge und Kissen sollten regelmäßig gewaschen und möglichst reduziert werden.
  • Stofftiere regelmäßig waschen oder sie vorher für zwölf Stunden in die Tiefkühltruhe legen. Das tötet die Milben ab, der anschließende Waschvorgang spült die Milbenreste aus.
  • Die auf dem Markt befindlichen  Anti-Milbenmittel helfen in aller Regel nicht. Sie töten zwar die Milben, aber der Milbenkot, der die meisten Allergene enthält, bleibt erhalten. Neue Milbenkolonien können sehr schnell einwandern. Der Wirkstoff Benzylbenzoat kann darüber hinaus selbst Allergien erzeugen. Er ist seit 2009 in Sprays verboten, in Waschmitteln, Parfüms, Kosmetika und Lebensmitteln jedoch nicht.
  • Neemöl tötet Milben nicht ab, es verlangsamt nur deren Fortpflanzung. Wirkliche Besserung ist nur in Verbindung mit anderen Reinigungs- und Sanierungsmaßnahmen zu erreichen.
  • Dampfstrahlreiniger für Teppiche töten zwar die meisten Milben ab, aber nach drei Monaten sind diese wieder da.
  • Die chemische Reinigung ist nicht so effektiv wie das Waschen bei 60 Grad.

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Letzte Aktualisierung: 14.03.2017 / Quellen
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Quellen:
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  • DGAKI, DGKJ (Hrsg).: Leitlinie Allergieprävention. (letzter Abruf 06.03.2017) 
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  • Mueller, G. et al.: „Are dust mite allergens more abundant and/or more stable than other Dermatophagoides pteronyssinus proteins?“ In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2016, Vol 137 (2), Supplement: AB268

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27497276

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