Wie wird Heuschnupfen behandelt?

Allergenkontakt vermeiden

Der wichtigste Therapieansatz bei Heuschnupfen ist die Karenz. Das heißt, man versucht den Kontakt mit dem einmal identifizierten Allergen möglichst zu vermeiden. Bei einer Pollenallergie ist das jedoch wenig realistisch. Wer allerdings die Blütezeit „seines“ Allergens (seiner Pollen) genau kennt, hat vielleicht Gelegenheit, in dieser Zeit gezielt Urlaub in einer pollenärmeren Region zu nehmen. Die weit überwiegende Mehrzahl der Betroffenen wird jedoch auch während der Pollensaison ihrer Arbeit nachgehen müssen. Für diese Menschen ist es wichtig, die Pollenflug-Informationen in Zeitungen, im Radio und im Internet genau zu verfolgen.

Eine aktuelle Pollenflug-Vorhersage bietet beispielsweise die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Außerdem sollten Pollenallergiker bei starkem Pollenflug die Fenster von Haus und Auto möglichst geschlossen halten. Natürlich sammelt sich trotzdem Pollenstaub am Boden oder auf Möbeln an. Deswegen ist zu empfehlen, während der Pollensaison öfter als sonst feucht zu wischen. Es kann auch helfen, beim Betreten des Hauses die Kleidung zu wechseln, die draußen getragene Kleidung nicht im Schlafraum zu lagern und vor dem Zubettgehen die Haare zu waschen. Pollenfilter in Klimaanlagen können zusätzlich Allergene abhalten. Sie müssen allerdings regelmäßig gewartet werden. 

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Medikamente gegen Heuschnupfen

© Westend61/fotolia
Medikamente gegen Heuschnupfen / © Westend61_Fotolia

Zur Linderung der unmittelbaren Heuschnupfen-Symptome stehen verschiedene Entzündungshemmer zur Verfügung. Die Wirkstoffgruppe der Cromone ist die mildeste Variante und wird daher gerne Schwangeren verschrieben. Cromone hemmen die Produktion von Histamin und beugen so allergischen Entzündungsreaktionen vor. Es wird empfohlen, sie vorsorglich schon eine Woche vor dem ersten Pollenflug anzuwenden. Cromone werden hauptsächlich als Nasenspray oder Augentropfen verschrieben.

Stärker wirksam sind die Antihistaminika. Sie blockieren den Entzündungsstoff Histamin schnell und effektiv. Als Nasenspray verabreicht, können sie somit Heuschnupfensymptome rasch eindämmen. Betroffene sollten sie über die Dauer der Pollensaison hinweg regelmäßig einnehmen und nicht nur dann, wenn einzelne Symptome auftreten. Insbesondere die älteren Vertreter dieser Wirkstoffgruppe können Müdigkeit hervorrufen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Am stärksten wirken Glukokortikoide, auch als Kortison bekannt. Bei Heuschnupfen werden sie häufig ebenfalls als Nasenspray verschrieben. Sie wirken in erster Linie entzündungshemmend, verringern nachhaltig die laufende Nase und können auch dazu bewirken, dass die Nasenschleimhäute abschwellen. Als Nebenwirkung kann es zu Nasenbluten und leichten Kopfschmerzen kommen. In Tabletten- oder Spritzenform sollten Glukokortikoide nur bei schweren allergischen Symptomen und nur kurzfristig eingenommen werden. Bei längerer Anwendung kommt es unter anderem häufig zu einer Gewichtszunahme.

Leukotrien-Antagonisten werden als Tabletten eingenommen und können dann verschrieben werden, wenn die Betroffenen gleichzeitig unter Heuschnupfen und allergischem Asthma leiden. Denn zugelassen sind sie nur als Zusatztherapie bei leichtem bis mittelschwerem Asthma, obwohl sie auch bei Heuschnupfen-Beschwerden helfen. Leukotrien. Antagonisten blockieren die Leukotriene, Botenstoffe, die bei Entzündungen im Bronchialsystem eine wichtige Rolle spielen. Als Nebenwirkungen können manchmal Atemwegsinfektionen und Kopfschmerzen auftreten.

In der akuten Phase helfen Nasentropfen oder Sprays beim Abschwellen der Schleimhäute in der Nase und den Nasennebenhöhlen. Es wird nicht empfohlen, sie länger als fünf bis sieben Tage einzunehmen. Denn wenn ein Gewöhnungszustand eintritt, kann es sein, dass die Schleimhäute unmittelbar nach Anwendung der Nasentropfen wieder anschwellen. Darüber hinaus kann Nasenbluten auftreten.

Heuschnupfen: Spezifische Immuntherapie

Die einzige erfolgversprechende ursächliche Behandlung des Heuschnupfens ist die spezifische Immuntherapie (SIT). Sie sollte so bald wie möglich einsetzen. Es gibt diese Therapie in Form einer Injektion (subkutane Immuntherapie, SCIT) sowie durch Einnahme von Tropfen oder Tabletten (sublinguale Immuntherapie, SLIT).  Bei der SCIT erhalten Betroffene in ein- bis vierwöchigen Abständen eine sich stetig steigernde Dosis des Allergens, auf das sie mit allergischen Symptomen reagiert haben. So wird das Immunsystem allmählich an das Allergen gewöhnt, bis nur noch schwache oder gar keine Symptome mehr auftreten. Bei der SLIT ist die tägliche Dosis in der Regel gleich. Im Allgemeinen wird für beide Formen eine Therapiedauer von drei Jahren empfohlen.

Bei einer Pollenallergie sollte die SIT drei bis vier Monate vor Beginn der Pollenflugsaison beginnen, da sonst zu viele Allergene gleichzeitig auf den Körper einwirken könnten. Das hat den Vorteil, dass die Symptome in der nächstfolgenden Pollensaison womöglich schon abgeschwächt sind. Während der Pollenflugzeit kann die Therapie dann abgeschwächt fortgeführt oder ganz unterbrochen werden.

Mehr zur spezifischen Immuntherapie (SIT)

Letzte Aktualisierung: 14. März 2017 / Quellen
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Quellen:
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  • Robert-Koch-Institut (RKI, Hrsg.): Gesundheit in Deutschland 2015, S. 77-82
  • Ring, J. et al: Weißbuch Allergie in Deutschland 3. Auflage, München 2009
  • Ring J. Angewandte Allergologie, 3. Aufl., Urban & Vogel, München, 2004
  • Schmitz, R. et. al.: Verbreitung häufiger Allergien bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse der KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). In: Bundesgesundheitsbl 2014 · 57, S. 771–778
  • Slovik, A. et al.: Intradermal Grass Pollen Allergen Immunotherapy for Seasonal Allergy: A Randomized Controlled Trial. In: J Allergy Clin Immunol. 2016, Oct 20. Online Publication (Abstract)
Letzte Aktualisierung:
14. März 2017
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