Wie kann man einer Allergie durch Insektengift vorbeugen?

Das wirksamste Mittel gegen jede Allergie ist, den Kontakt mit dem Allergen möglichst zu vermeiden. Chemische Abwehrmittel gegen Insekten bieten hier keinen Schutz. Betroffene nach einer anaphylaktischen Reaktion sollten zudem immer ein Notfallset bei sich tragen. Dieses enthält  

  • Adrenalin zur Selbstinjektion,
  • ein schnell wirkendes Antihistaminikum zum Einnehmen (Tropfen),
  • ein entzündungshemmendes Glukokortikoid (Saft)

Schutzmaßnahmen bei Insektengiftallergie

  • Vermeiden Sie es, im Freien zu essen oder zu trinken sowie Obst oder Blumen zu pflücken.
  • Waschen Sie sich nach jeder Mahlzeit die Hände und wischen Sie auch den Mund ab.
  • Trinken Sie nicht direkt aus Flaschen oder Getränkedosen, in die Insekten hineingekrochen sein können. Decken Sie Trinkgläser stets ab und verwenden Sie am besten Strohhalme.
  • Bei schwülheißer Witterung ist Vorsicht geboten. Insekten sind dann erfahrungsgemäß aggressiv.
  • Halten Sie sich von Abfallkörben, Mülleimern, Tiergehegen oder Fallobst fern.
  • Verwenden Sie kein Parfüm oder parfümierte Kosmetika, da der Geruch auch für Insekten anziehend ist.
  • Achten Sie auf lange, die Haut bedeckende Kleidung.
  • Tragen Sie helle statt dunkle Farben, aber keine Blumenmuster.
  • Laufen Sie nicht barfuß und tragen Sie auch keine Sandalen oder anderes offenes Schuhwerk. Bienen halten sich gern im Klee auf; Wespen können in Bodenlöchern leben.
  • Benutzen Sie Wespenfallen oder Abwehrsprays.
  • Tragen Sie beim Motorradfahren den Helm, die Handschuhe und die Motorradkleidung möglichst eng anliegend.
  • Versehen Sie beim Fahrradfahren den offenen Helm mit einem Netz.
  • Schließen Sie tagsüber die Fenster oder bringen Sie Schutznetze an. Achten Sie darauf, dass in nächtlich erleuchteten Räumen die Fenster nicht geöffnet sind. Hornissen gehören zu den nachtaktiven Insekten und fliegen dann Lichtquellen an.
  • Achten Sie auf versteckte Insekten (vor allem im Bett oder in den Schuhen).
  • Halten Sie sich von Bienenstöcken und Wespennestern fern. Wenn Sie ein Nest in Ihrer Wohnumgebung entdecken, rufen Sie die Feuerwehr. Diese wird das Nest entfernen.

Wenn die Insekten schon da sind...

© Ingo Bartussek/fotolia
Biene an einem Getränk. © Ingo Bartussek-Fotolia
  • Nicht um sich schlagen, keine hastigen Bewegungen.
  • Ziehen Sie sich langsam aus der Nähe eines Nests zurück. Das Nest darf nicht erschüttert werden. Es ist auch keine gute Idee, ins Flugloch zu blasen. Beides empfinden die Insekten als Angriff und werden sehr aggressiv.
  • Im Falle eines Angriffs: Schützen Sie auf jeden Fall den Kopf mit den Armen oder mit Kleidung. Ziehen Sie sich langsam zurück.
  • Bedecken Sie Stiche mit der Hand. Wenn noch ein Stachel in der Haut steckt, versuchen Sie ihn mit dem Fingernagel wegzukratzen, nicht zusammenpressen. Denn am Stachel hängt bei Bienen noch der Giftsack, der sich sonst weiter in die Stichwunde leert.
Letzte Aktualisierung: 17. März 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) et al.: Diagnose und Therapie der Bienen und Wespengiftallergie. Stand: 01.03.2011. Wird zur Zeit überprüft (Letzter Abruf: 11.03.2017)
  • Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) et al.: Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. In Allergo J Int 2014, 23: 96. (Letzter Abruf: 18.01.2017)
  • European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF): Insektengiftallergie (Letzter Abruf: 18.01.2017)
  • Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie und Asthma e.V., (Hrsg.): Allergien und Asthma bei Kindern und Jugendlichen – das pina-online Buch, Kap. 9 Insektengiftallergien (Letzter Abruf 18.01.2017)
  • Hoffman D. et al.: Allergens in Hymenoptera venom. XXVII: bumblebee venom allergy and allergens. In: J Allergy Clin Immunol. 1996, 97(3): 812-21.
  •  J. Park, et al.: Risk Associated with Bee Venom Therapy: A Systematic Review and Meta-Analysis. In: PLoS 1 2015, 10 (5)
  • Valentine M. et al.: The value of immunotherapy with venom in children with allergy to insect stings. In: N Engl J Med 1990, 323: 1601 - 16033
  • Worm, M. et al.: Triggers and treatment of anaphylaxis: an analysis of 4000 cases from Germany, Austria and Switzerland. In: Dtsch Arztebl Int 2014, 111: 367–75. 
  • Schwartz H. et al.: Venom immunotherapy in the Hymenoptera-allergic pregnant patient.
  • In: J Allergy Clin Immunol 1990, 85: 709–12
  • Erasmus C. et al.: Infantile multicystic encephalomalacia after maternal bee sting anaphylaxis during pregnancy. In: Arch Dis Child 1982, 57: 785 -787
  • Golden D. et al.: Outcomes of allergy to insect stings in children, with and without venom immunotherapy. In: N Engl J Med 2004, 351: 668–674
Letzte Aktualisierung:
17. März 2017
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