Wie sind die Symptome einer Insektengiftallergie?

Die Insektengiftallergie ist eine Allergie vom Soforttyp. Das heißt, die Symptome beginnenmeist  unmittelbar nach dem Stich. Nicht jede Schwellung und Rötung ist aber schon das Anzeichen einer Allergie. Denn das Insektengift enthält bereits die für diese Symptome verantwortliche Substanz Histamin, die bei Allergien - vermittelt durch die IgE-Antikörper - erst im Immunsystem erzeugt wird. 

Reaktionen auf Insektenstiche

Gut zu wissen:

Wenn die Haut an der Einstichstelle rot wird oder anschwillt, ist das nicht zwingend eine allergische Reaktion. Gefährlich wird es erst, wenn Symptome an Körperstellen auftreten, die mit dem Einstichort nichts zu tun haben.

Die Reaktion auf Insektenstiche kann unterschiedlich verlaufen: 

  • örtliche Reaktion
    Juckreiz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Durchmesser kleiner als zehn Zentimeter, Symptome klingen innerhalb von einem Tag deutlich ab 
  • verstärkte Lokalreaktion
    Juckreiz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Durchmesser größer als zehn Zentimeter, Dauer mehr als 24 Stunden, meist schmerzhaft. Möglich sind auch milde Allgemeinbeschwerden wie Frösteln oder Krankheitsgefühl oder eine Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis).
  • systemische Soforttyp-Reaktion (Anaphylaxie)
    Symptome reichen von ausschließlichen Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung und/oder Nesselausschlag über milde bis mäßige Herz-Kreislauf- oder Magen-Darmbeschwerden bis hin zu schwerer Atemnot und anaphylaktischem Schock.

Kreuzreaktionen

Ein Komplikationsfaktor bei der Insektengiftallergie sind die Kreuzreaktionen. Hummeln sind eng verwandt mit Bienen, Wespen mit Hornissen. Wer also gegen Bienengift allergisch ist, zeigt in 75 Prozent der Fälle auch allergische Reaktionen bei einem Hummelstich. Ähnlich ist die Situation bei Wespen und Hornissen. Da sich die Gifte beider Insektenarten in ihrer Zusammensetzung ähneln, kann schon der erste Hornissenstich zu anaphylaktischen Reaktionen führen, wenn die Betroffenen in der Vergangenheit schon einmal von einer Wespe gestochen worden sind. Es gibt aber auch Menschen, die gleichzeitig gegen Bienen- und Wespenstiche allergisch sind. Hier kann eine Doppelsensibilisierung vorliegen, aber auch eine Kreuzreaktion. Denn auch Bienen- und Wespengift haben einige gemeinsame Bestandteile.

Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Thomas Fuchs

Ärzteverband Deutscher Allergologen

c/o Universitätsmedizin Göttingen,
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

E-Mail: fuchsthnoSp@m@med.uni-goettingen.de

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Letzte Aktualisierung:

24.04.2019