Nahrungsmittelallergie: Diagnose

Bei den Nahrungsmittelallergien ist die Abgrenzung zu nicht-allergischen Unverträglichkeitsreaktionen schwierig, weil in beiden Fällen vor allem die Magen-Darm Symptome ähnlich sind.

Bestimmte Stoffe in Nahrungsmitteln können Abwehrzellen (Mastzellen) aktivieren und Entzündungsprozesse auslösen, ohne dass die Immunzellen selber oder die IgE-Antikörper beteiligt sind. Beobachtet wurde dies etwa bei natürlichen Aromastoffen, Schwefelverbindungen, Verbindungen der Benzoesäure, histaminhaltigen Nahrungsmitteln und Glutamat.

Auch Betroffene mit Neurodermitis reagieren manchmal auf Genuss- und Nahrungsmittel wie (scharfe) Gewürze, Alkohol, Kaffee und Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen etc.) mit Brennen und Missempfindungen im Mund- und Rachenbereich, Juckreiz und/oder Hautverschlechterung, ohne das eine Nahrungsmittelallergie vorliegt. Welche Prozesse dabei genau ablaufen, ist noch nicht endgültig erforscht.

Andere Krankheiten, die von den Symptomen her Nahrungsmittelallergien ähnlich sind, und daher in der Diagnostik ausgeschlossen werden müssen, sind beispielweise:

  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Kohlenhydratverwertungsstörungen (-malabsorptionen). Bei dieser Erkrankung verträgt der Körper generell bestimmte Gruppen von Kohlenhydraten nicht. Beispiele sind die Laktose- und die Fruktoseintoleranz.

Persönliches Arztgespräch

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Nahrungsmittelallergie: Arztgespräch

Ein wichtiger Bestandteil des Diagnoseprozesses ist das persönliche Arztgespräch. Zur Vorbereitung ist ein Ernährungs- und Symptomtagebuch nützlich. Darin sollten die Betroffenen während zwei bis drei Wochen folgende Angaben, am besten mit Uhrzeit, festhalten:

  • Bestandteile der Mahlzeiten
  • Getränke
  • Verzehr von Süßigkeiten etc.
  • auftretende Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit den Mahlzeiten
  • Medikamenteneinnahme
  • sonstige Auffälligkeiten in Zusammenhang mit den Beschwerden

Auf das Arztgespräch selber kann man sich auch mit Hilfe einer Checkliste vorbereiten. Der Arzt oder die Ärztin wird Fragen stellen nach:

  • bekannten allergischen Erkrankungen
  • allergischen Erkrankungen bei Eltern, Großeltern und Kindern
  • Medikamenteneinnahme
  • anderen eventuell vorliegenden Erkrankungen
  • Anzeichen psychischer Belastung

Anschließend wird er oder sie die Betroffenen fragen, ob sie die Symptome genauer beschreiben können:

  • Wann treten sie auf?
  • Wo treten sie auf?
  • Wodurch werden sie verursacht?
  • Wie lange halten sie an?
  • Wie oft kommen sie vor?
  • Was haben die Betroffenen schon unternommen, um sie zu lindern (zum Beispiel Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel)?

Tests bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie

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Pricktest bei Nahrungsmittelallergie

Zumeist folgen dann Haut- und/oder gegebenenfalls Bluttests zur IgE-Bestimmung. Sie geben Hinweise, ob eine Sensibilisierung des Immunsystems auf ein bestimmtes Allergen vorliegt. Diese Sensibilisierung kann, muss aber nicht, mit spürbaren Symptomen einhergehen.

Der Facharzt oder die Fachärztin entscheidet außerdem, ob mit vorgefertigten Allergenlösungen oder mit Einzelallergenen getestet wird. Einzelallergene erlauben eine genauere Diagnose. Allerdings gibt es nur für wenige pflanzliche und tierische Nahrungsmittel, die häufiger Allergien auslösen, geeignete kommerzielle Testlösungen. In anderen Fällen muss mit dem Lebensmittel selbst getestet werden.

Allerdings gibt es eine Fülle unklarer Testergebnisse sowie Allergieformen, bei denen IgE-Antikörper gar keine Rolle spielen. In diesen Zweifelsfällen kann ein Provokationstest oft Klarheit schaffen. Hierbei wird das fragliche Allergen beziehungsweise das zu testende Lebensmittel in der Regel oral (d.h. über den Mund) eingenommen und geschluckt. Er sollte wegen möglicher gefährlicher Reaktionen nur unter ärztlicher Aufsicht in einer Klinik stattfinden.

In einigen Fällen können Hauttests nicht durchgeführt werden, so zum Beispiel:

  • bei Hauterkrankung im Testareal
  • bei Einnahme von Medikamenten, die das Testergebnis beeinflussen könnten

In diesen Fällen sowie bei kleineren Kindern wird der Arzt einen Bluttest veranlassen.

Gut zu wissen:

Allergenarme Diäten sind ein wichtiger Bestandteil in der Diagnosestellung. Ein Nahrungsmittel kann für einen bestimmten Zeitraum vom Speiseplan gestrichen werden, oder es wird allgemein auf Allergen-reiche Nahrung verzichtet, um die Entwicklung der Symptome zu beobachten.

Eliminationsdiät ("Auslassdiät")

Bei der Nahrungsmittelallergie gibt es noch eine weitere Testalternative, die diagnostische Eliminationsdiät. Sie kommt dann in Frage, wenn Ärztin oder Arzt und Betroffene schon ein bestimmtes Nahrungsmittel „in Verdacht“ haben.

Der Betroffene verzichtet dann für höchstens zwei Wochen auf dieses Nahrungsmittel. Eine längere Eliminationsphase ist laut Leitlinie nicht empfehlenswert, weil mit der Dauer des Verzichts die Gefahr allergischer Sofortreaktionen steigt, wenn man das Lebensmittel dann wieder in den Speiseplan aufnimmt.

In der Eliminationsphase wird beobachtet, ob die Allergiesymptome sich bessern. Am Ende steht ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht. Wenn die Symptome dabei wieder auftreten, ist das Allergen gefunden.

Wenn die Betroffenen zwar Symptome einer Nahrungsmittelallergie zeigen, sich aber kein bestimmtes Nahrungsmittel als Verursacher finden lässt, so kann eine oligo-allergene ((oligo = wenig, allergen = allergieerzeugend) Basisdiät zusammengestellt werden. Sie besteht aus Lebensmitteln, die erfahrungsgemäß sehr selten Allergien verursachen.

Mögliche Bestandteile einer oligo-allergenen Basisdiät:

  • Getreide: Reis
  • Fleisch: Lamm, Pute
  • Gemüse: Blumenkohl, Broccoli, Gurke
  • Fett: raffiniertes Rapsöl, milchfreie Margarine
  • Getränke (Mineralwasser), schwarzer Tee
  • Gewürze: (wenig) Salz, Zucker
Letzte Aktualisierung: 11. März 2017 / Quellen
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Quellen:
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Letzte Aktualisierung:
11. März 2017
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Margitta Worm

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V.

c/o Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Allergie-Centrum-Charité

E-Mail: margitta.worm noSp@m@charite.de

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