Wie häufig sind Tierhaarallergien?

© Angelina S./pixelio
Kleine Hauskatze

Die Zahl der Katzen und Hunde in Privathaushalten hat sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. Eine Kohortenstudie von 2012 zeigte, dass knapp 14 Prozent der Teilnehmenden in Griechenland und 46,3 Prozent der Teilnehmenden in Großbritannien ein Haustier hatten. In Deutschland besaßen 24 Prozent der Haushalte mit einem Neugeborenen eine Katze oder einen Hund. Hinzu kamen 15 Prozent, die ein anderes Haustier ihr eigen nannten.

Auch die Rate der Sensibilisierungen auf Katzen- oder Hundeallergene variiert sehr stark zwischen den einzelnen Ländern. Es gibt Schätzungen, dass knapp unter 30 Prozent aller Erwachsenen, die sich zur Abklärung einer Atemwegsallergie in ärztliche Behandlung begeben, bereits gegen eines dieser beiden Haustiere sensibilisiert sind. Neuere Zahlen für die Gesamtbevölkerung gibt es aus den USA. Dort zeigen 12 Prozent der Menschen eine Sensibilisierung gegen Katzen oder Hunde. Damit sind Tierallergene nach Pollen und Hausstaubmilben der dritthäufigste Verursacher einer Atemwegsallergie.

Auch unter den beruflich verursachten Sensibilisierungen und Atemwegsallergien spielen Tiere eine große Rolle. In Berufen, die mit Versorgung von oder Forschung an Tieren zu tun haben, sind Tierhaarallergien für 30 Prozent der Krankmeldungen verantwortlich. In zehn Prozent der Fälle entwickelt sich ein allergisches Asthma. Insgesamt weisen ungefähr ein Drittel der Menschen mit allergischem Asthma eine Sensibilisierung gegen Tierallergene auf. Katzenallergien sind etwa dreimal häufiger als Hundeallergien. Da einige Allergien auslösende Eiweiße bei beiden Tierarten sehr ähnlich aufgebaut sind, können Katzenallergiker auch gegen Hunde empfindlich reagieren – und umgekehrt.

 

Allergie durch Tiere in der Nachbarschaft?

In Schweden gibt es in 20 Prozent aller Haushalte mindestens ein Tier. Eine Studie an 3500 Kindern kam dort zu dem Ergebnis, dass drei Viertel aller Kinder, in deren Blut IgE-Antikörper gegen Katzenallergene nachgewiesen werden konnten, gar keine Katze zuhause hatten. Das heißt, sie wurden durch die zahlreichen Katzen in der Umgebung sensibilisiert. Das Halten eines Tiers in den eigenen vier Wänden ist also keine notwendige Voraussetzung für eine Tierhaarallergie.

Auf der anderen Seite könnte der frühkindliche Kontakt mit Tieren in den ersten zwei Lebensjahren sogar eine Schutzwirkung vor der Entwicklung von Allergien entfalten. Für die Hundehaltung in früher Kindheit bestätigen Studien diesen Effekt.

Unser wissenschaftlicher Experte für diesen Text

Dr. Adam Chaker

Klinikum rechts der Isar/TUM

ZAUM - Zentrum Allergie und Umwelt

E-Mail: adam.chakernoSp@m@tum.de

 

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

     

Letzte Aktualisierung:

25.03.2019

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