Symptome

Schimmel kann eine Vielzahl von Krankheiten auslösen oder verschlimmern. Ursache ist entweder eine Vergiftung mit Pilzbestandteilen oder eine allergische Reaktion auf diese. Von den Symptomen her sind die beiden Formen einer Schimmelpilz-Erkrankung oft kaum zu unterscheiden.

Mögliche Beschwerden nach Auftreten von Schimmelpilzen

Toxische Reaktionen (Vergiftung) Allergische Reaktionen

Erkältungen

 Allergische Bindehautentzündung (Rhinokonjunktivitis)

chronische Bronchitis

 Allergisches Asthma bronchiale

Mykosen (Infektionen durch Schimmelpilze aus der Umwelt)

 Allergische Rhinitis („Heuschnupfen“)

Pilzvergiftung mit Schädigung der inneren Organe (Systemmykose)

Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Asthma und Atemwegsbeschwerden

chronische Nasennebenhöhlenentzündung

toxische Alveolitis (Schädigung der Lungenbläschen durch Pilzgifte) 

 allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA), verursacht durch Einatmen von Aspergillus-Sporen, kann unbehandelt zur Lungenfibrose führen

Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis)

Urtikaria bei Verzehr von Schimmelpilz-konta­minierten Nahrungsmitteln (selten)

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung, meist aufgrund eines geschwächten Immunsystems, z.B. unter Chemotherapie, bei AIDS oder Diabetes

Exogen-allergische Alveolitis (EAA), oft beruflich verursacht. Verantwortlich sind oft Schimmelpilze im Innenraum, in Stäuben und Aerosolen. Quellen können sein: Vögel, Federn, Heu, Holzstaub, Luftbefeuchter, Klimaanlagen, Zimmerspringbrunnen, Aquarien, Dampfbügelgeräte

Organic dust toxic syndrome (ODTS). Bei Einatmen hoher Konzentrationen von Bioaerosolen, i.d. R. am Arbeitsplatz  
Reizung der Schleimhäute (Mucous Membrane Irritation Syndrome, MMI)  

 

Quelle: Wiesmüller, G. et al.: 161-001l S2k Schimmelpilzexposition in Innenräumen, medizinisch-klinische Diagnostik, 04/2016

Es gibt Schimmelpilz-Arten, die hauptsächlich in Innenräumen vorkommen und solche, die draußen anzutreffen sind. Allergische und toxische Beschwerden können sie alle hervorrufen. Bei der Schimmelpilzallergie sind allergische Sofortreaktionen vom Typ 1 möglich, aber auch schwere Erkrankungen, die durch Typ-3 und Typ 4-Immunreaktionen ausgelöst werden. Schätzungen zufolge treten allergische Reaktionen und das Mucous Membrane Irritation Syndrom (MMI) - also eine Schleimhautreizung, als Folge einer Schimmelbelastung - am häufigsten auf. Insgesamt bringt die Medizin heute 18 Krankheitsbilder mit einer Belastung durch Schimmelpilze oder -sporen in Verbindung, zehn toxische und acht allergische, die eine Beteiligung des Immunsystems voraussetzen (s. Tabelle). Nicht nachgewiesen – aber auch nicht eindeutig widerlegt – ist eine Beteiligung von Schimmelpilzen oder -sporen bei der Entwicklung von COPD, Sarkoidose, Rheuma, Arthritis und Krebs.

Liste verschiedener Schimmelpilzarten, die eine Schimmelpilzallergie auslösen können

Hauptauslöser einer saisonalen Schimmelallergie Hauptauslöser einer ganzjährigen Schimmelallergie

Cladosporium

Penicillium (Pinselschimmel)

Alternaria

Mucor (Köpfchenschimmel)

Helminthosporium

Aspergillus (Gieskannenschimmel)

Botrytis

Chaetonium

Fusarium

Aureobasidium

 

Letzte Aktualisierung: 06.11.2019 / Quellen
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Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Quellen:

Quellen:

 

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

 

Bozek, A., Pyrkosz K.: Imunotherapy of mold allergy: A review. In: Human Vaccines & Immunotherapeutics 2017, Vol. 13, No. 10, 2397 – 2401

 

Europäische Stiftung f. Allergieforschung (European Centre for Allergy Research Foundation, ECARF): www.ecarf.org (letzter Abruf: 18.10.2019)

 

UBA, Hrsg.: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, November 2017

 

Wiesmüller, G. et al.: 161-001l S2k Schimmelpilzexposition in Innenräumen, medizinisch-klinische Diagnostik, 04/2016

Letzte Aktualisierung:
06.11.2019

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