Forschungsansätze

Da die Lichturtikaria (Urticaria solaris) und die chronisch aktinische Dermatitis nur vergleichsweise wenige Menschen betreffen, sind die Forschungsbemühungen wie bei vielen anderen seltenen Erkrankungen auch hier begrenzt. Gleiches gilt letztlich für andere Formen von Photoallergien wie die polymorphe Lichtdermatose oder die allergische Kontaktdermatitis – wenn auch aus anderen Gründen. Diese Krankheiten sind zwar wesentlich häufiger, lassen sich aber mit einfachen Mitteln wie Sonnenschutz und dem Meiden der auslösenden photosensibilisierenden Stoffe gut behandeln. Deshalb hat die Wissenschaft hier kaum Anlass, nach neuen Therapiemöglichkeiten zu fahnden.

 

Kontinuierliche Fortschritte gibt es hingegen hinsichtlich der Identifizierung von Photosensibilisatoren, die photoallergische Reaktionen auslösen können. Der bekannteste Vertreter im Pflanzenreich findet sich vor allem in den USA, es ist der Eichenblättrige Giftsumach, auch Giftefeu genannt. Bei Erkrankungen wie der Psoriasis oder der rheumatoiden Arthritis, an denen das Immunsystem ebenfalls ursächlich beteiligt ist, haben die sogenannten Biologika in den letzten Jahren ganz neue und oft sehr effektive Behandlungsmöglichkeiten eröffnet. Diese gentechnisch hergestellten Medikamente fangen gezielt Moleküle und Botenstoffe ab, die im Krankheitsgeschehen eine zentrale Bedeutung besitzen. Zur Therapie des allergischen Asthmas und der chronischen Urtikaria sind einige Biologika bereits zugelassen, weitere werden derzeit in klinischen Studien erprobt. Dazu gehört zum Beispiel der künstlich hergestellte Antikörper Omalizumab, der bei Patienten mit schwerem allergischem Asthma schon länger erfolgreich eingesetzt wird. Von diesen neuartigen Wirkstoffen könnten künftig auch Patienten mit „Sonnenallergie“ und anderen photoallergischen Erkrankungen profitieren.

Letzte Aktualisierung: 23.04.2018 / Quellen
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Quellen:
  • Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme 8. Auflage 2016
  • Wilm, A. und Berneburg, M.: Photoallergie. In: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2015, 13(1): 7-13
  • Zuberbier, T. et al.: S3-Leitlinie Urtikaria. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) unter Beteiligung der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI), der Schweizer Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI), des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). In: Allergo Journal 2011; 20: 249-58
Letzte Aktualisierung:
23.04.2018

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

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