Therapie photoallergischer Reaktionen

Intensive Sonnenbestrahlung zu vermeiden beziehungsweise die Haut entsprechend zu schützen, wenn man in die Sonne geht, ist die wirksamste Behandlungsmethode bei allen Formen von photoallergischen Reaktionen – egal ob es sich um eine systemische Photoallergie, eine photoallergische Kontaktdermatitis, eine Lichturtikaria oder eine chronisch aktinische Dermatitis handelt. Gleichzeitig sind diese Maßnahmen wichtig, um Erkrankungen wie der polymorphen Lichtdermatose vorzubeugen. Kleidungsstücke wie Sonnenhut, lange Hosen sowie langärmlige Blusen oder Hemden halten das Sonnenlicht zwar nicht vollständig aber doch größtenteils ab. Inzwischen werden auch vermehrt Textilien angeboten, die praktisch keine UV-Strahlung passieren lassen. An unbedeckten Hautstellen sollte Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (30 und mehr) aufgetragen werden. Wichtig ist, dass die Mittel Breitbandfilter enthalten, die gegen UVA- und UVB-Strahlen wirken. Außerdem müssen die Patienten beachten, dass UVA-Strahlung auch durch Fensterscheiben im Auto und in der Wohnung dringen kann.

Gut zu wissen:

Kalzium, Beta-Carotin, Omega-3-Fettsäuren, Probiotika – es gibt eine Reihe von Mitteln, die einer Sonnenallergie vorbeugen und die Beschwerden lindern sollen. Ein klarer wissenschaftlicher Beweis, dass sie den erhofften Nutzen auch bringen, konnte bisher nicht erbracht werden.

Wird bei einer photoallergischen Kontaktdermatitis und einer systemischen Photoallergie der auslösende Photosensibilisator identifiziert und konsequent gemieden, sind keine anderen Behandlungsmaßnahmen mehr nötig. Handelt es sich beim Auslöser um ein Arzneimittel, darf dieses aber nicht auf eigene Faust sondern nur nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Um im akuten Stadium einer Photodermatose die Hauterscheinungen und den Juckreiz abzumildern, können Antihistaminika und entzündungshemmende Kortisonpräparate auf die betroffenen Stellen aufgetragen oder – in schweren Fällen – auch eingenommen werden.

Gewöhnung durch Phototherapie

Bei den meisten Menschen mit einer polymorphen Lichtdermatose lassen die Beschwerden im Laufe des Sommers nach. Dies liegt daran, dass häufigere Aufenthalte in der Sonne zu einer Art Gewöhnungseffekt führen. Den macht sich die Phototherapie zunutze. Hier wird der oder die Patient/in unter ärztlicher Aufsicht wiederholt mit fest definierten Dosen UV-Licht bestrahlt. Weil das die Haut gegenüber dem Sonnenlicht abhärtet, sprechen Fachleute auch vom UV-Hardening. Achtung: Wegen der Gefahr von Hautschäden sollten Betroffene diese Abhärtung niemals in Eigenregie durchführen.

Die Phototherapie hilft auch bei der lichtbedingten Urtikaria. Allerdings hält der Toleranzeffekt hier nur zwei bis drei Tage an, so dass die Bestrahlungen häufig wiederholt werden müssen. Längere Remissionen von mehreren Wochen lassen sich mit der Photo-Chemotherapie erreichen, die sich als Methode der Wahl bei schweren Formen der Lichturtikaria etabliert hat. Dieses auch als PUVA bezeichnete Verfahren kombiniert die UVA-Bestrahlung mit einem Psoralen, das vorab auf die Haut aufgetragen oder seltener eingenommen wird. Das Medikament macht die Haut vorübergehend empfindlicher für die Strahlen und verstärkt so den Gewöhnungseffekt. Zur Behandlung der chronisch aktinischen Dermatitis wird die PUVA ebenfalls eingesetzt. Bringt sie nicht den gewünschten Erfolg, können Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, den Betroffenen Linderung verschaffen. Wegen ihrer Nebenwirkungen, wird eine immunsuppressive Behandlung aber nur bei sehr schwer Erkrankten in Erwägung gezogen.

Mehr zum Thema Sonnenallergien

Letzte Aktualisierung: 23.04.2018 / Quellen
Schließen
Quellen:
  • Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme 8. Auflage 2016
  • Wilm, A. und Berneburg, M.: Photoallergie. In: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2015, 13(1): 7-13
  • Zuberbier, T. et al.: S3-Leitlinie Urtikaria. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) unter Beteiligung der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI), der Schweizer Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI), des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). In: Allergo Journal 2011; 20: 249-58
Letzte Aktualisierung:
23.04.2018

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Es werden nur Cookies zugelassen, die für die grundlegende Funktionalität unserer Webseiten benötigt werden.
Es werden auch Cookies zugelassen, die uns ermöglichen, Seitenzugriffe und Nutzerverhalten auf unseren Webseiten zu analysieren. Diese Informationen verwenden wir ausschließlich dazu, unseren Service zu optimieren.
Es werden auch Inhalte und Cookies von Drittanbietern zugelassen. Mit dieser Einstellung können Sie unser komplettes Webangebot nutzen (z.B. das Abspielen von Videos).
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.