Allergieprävention: Kaiserschnitt hat Einfluss auf Asthma-Risiko

Kinder, die durch einen Kaiserschnitt geboren werden, haben ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken, als Kinder, die vaginal entbunden werden. Eine Studie zeigt nun, dass dies jedoch nur dann der Fall ist, wenn sich die Darmflora nicht bis zum ersten Geburtstag normal entwickelt.
Schwangere Frau im Winter, Babyhandschuhen vor den Bauch hält - © tel.8033-6855507/adobe.stock.com

© tel.8033-6855507/adobe.stock.com

 

Studien-Daten zeigen, dass Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein höheres Risiko haben, im Laufe ihres Lebens an einer allergischen Erkrankung wie Asthma oder Neurodermitis zu erkranken. Hinweise deuten darauf hin, dass die Zusammensetzung der Bakterien im Darm, die sogenannten Darmmikrobiota, eine wesentliche Rolle dabei spielt.

In der aktuellen Studie, die in "Science Translational Medicine" veröffentlicht wurde, begleiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 700 Kinder ab dem Tag ihrer Geburt. Zunächst untersuchten sie, welchen Einfluss die Kaiserschnittgeburt auf die Zusammensetzung der Darmbakterien im ersten Lebensjahr hat. Im Anschluss beobachteten sie, ob die Kinder bis zu ihrem sechsten Geburtstag Asthma entwickeln und ob dies im Zusammenhang mit Veränderungen im Darmmikrobiom steht.

151 der teilnehmenden Kinder wurden durch einen Kaiserschnitt geboren. Die Untersuchungen zeigten, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien dieser Kinder im ersten Lebensmonat stark verändert und die Vielfalt der Mikroorganismen verringert ist. Bis zum ersten Geburtstag normalisierte sich das Darmmikrobiom jedoch bei den meisten Kindern und es gab im Vergleich zu den Kindern, die spontan geboren wurden, nur noch wenige Unterschiede. Dies zeigte sich auch im Asthma-Risiko. Denn dieses war nur bei den Kindern erhöht, die durch einen Kaiserschnitt geboren wurden und deren Darmmikrobiom auch im Alter von einem Jahr noch deutlich verändert war. Das Risiko diese Kinder bis zum sechsten Geburtstag an Asthma zu erkranken, war dreimal so hoch.

Die Autorinnen und Autoren schlossen daraus, dass die negativen Auswirkungen einer Kaiserschnittgeburt auf das Asthma-Risiko verringert werden könnten, wenn sich das Darmmikrobiom trotz des Kaiserschnitts im ersten Lebensjahr normal entwickelt.

Quelle:

Stokholm, J. et al.: Delivery mode and gut microbial changes correlate with an increased risk of childhood asthma. In: Science Translational Medicine 11 Nov 2020, Vol. 12, Issue 56.