Blasen- und Beckenschmerzen – Pollen können der Auslöser sein

Heuschnupfen und allergisches Asthma: Dass Pollen diese allergischen Erkrankungen hervorrufen können, ist bekannt. Eine neue Studie zeigt nun Hinweise darauf, dass der Blütenstaub auch Beschwerden im Blasen- und Beckenbereich verstärken kann.
Frau hat Blasen und Beckenschmerzen - ©Khunatorn - stock.adobe.com

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Blütenstaub bringt man nicht unbedingt sofort ursächlich mit dem Beckenbodenschmerzsyndrom in Zusammenhang. Denn symptomatisch für diese Erkrankung sind dringendes und häufiges Wasserlassen, Schmerzschübe oder sexuelle Probleme. Da Fallberichte jedoch andeuten, dass Asthma- und Allergiemedikamente die typischen Beschwerden im Beckenbereich lindern können, untersuchte ein Forscherteam nun den möglichen Einfluss von Pollen auf diese Krankheitszeichen.  

Schmerzschübe bei Pollenbelastung

In der kleinen Studie mit 290 Patient:innen, die unter Beschwerden im Blasen- und Beckenbereich leiden, fanden die Forschenden Hinweise darauf, dass erhöhte Pollenkonzentrationen zu Schmerzschüben im Beckenbereich führen können.

Histamin: Ursache und Zielstruktur für Therapien?

Wie aber lässt sich dieser Zusammenhang erklären? Eine mögliche Ursache könnte das Hormon Histamin sein. Histamin wird vermehrt von den Mastzellen der körpereigenen Abwehr freigesetzt, wenn das Immunsystem während einer allergischen Reaktion überreagiert. Eine mögliche Erklärung wäre daher, dass einige Studienteilnehmer:innen allergisch auf Pollen reagieren und aufgrund des damit verbunden erhöhten Histaminspiegels Beschwerden im Blasen- und Beckenbereich bekommen.

Aus der Medikamentenbox der Allergietherapie

Menschen mit Allergien werden häufig mit Antihistaminika und Immuntherapien behandelt, um die Wirkung von Histamin im Körper zu reduzieren. Antihistaminika blockieren die Histaminrezeptoren, Immuntherapien schwächen die überschießende Immunreaktion des Körpers auf Allergene ab, sodass weniger Histamin ausgeschüttet wird.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass weitere Studien nötig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen. Sie hoffen, dass auch Patint:innen mit einem Beckenbodenschmerzsyndrom in Zukunft von Immuntherapie und Antihistaminika profitieren könnten.

 

Quelle:

Javed, I. et al.: Does Pollen Trigger Urological Chronic Pelvic Pain Syndrome Flares? A Case-Crossover Analysis in the Multidisciplinary Approach to the Study of Chronic Pelvic Pain Research Network, Journal of Urology, 205, 4:1133-1138

DOI 10.1097/JU.0000000000001482