Fachverbände kritisieren Versorgung von Menschen mit Allergien

Anlässlich des 14. Deutschen Allergie-Kongresses in Hannover kritisierten namhafte Allergologen die Versorgung und Betreuung der rund 25 Millionen Allergiker in Deutschland. Sie beklagen zum Teil massive Defizite – obwohl die Allergie-Diagnostik und Therapie auf hohem Niveau möglich sind.
Ärztin in Gespräch mit Patientin

© romankosolapov/stock.adobe.com

 

Die Mediziner sehen Allergien als eine Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. Immer mehr Menschen sind betroffen. Schwere Erkrankungen und komplexe Verläufe nehmen zu. Die Versorgungsstrukturen sind jedoch unverändert, bemängelte Professor Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AEDA).

Zudem erkranken immer häufiger bereits Kleinkinder und ältere Menschen. Professor Klimek erläuterte, dass aktuell zwar eine deutliche Steigerung bei älteren Patienten über 65 Jahre feststellbar ist, die Allergieforschung in dieser Altersgruppe bislang aber unzureichend ist. Als problematisch gilt, dass ältere Menschen oftmals weitere Erkrankungen haben und Medikamente gegen diese einnehmen. Über Wechselwirkungen zwischen Allergien und deren Behandlung mit anderen Krankheiten ist jedoch kaum etwas bekannt.

Auch bei der Versorgung von Kindern mit Allergien gibt es laut Professor Christian Vogelberg, Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), massive Mängel. Inzwischen leidet jedes vierte Kind an einer Allergie – und sie treten immer früher auf: Selbst bei jungen Kleinkindern sind zum Beispiel Allergien gegen Birkenpollen keine Seltenheit mehr. Damit sich daraus kein allergisches Asthma entwickelt, ist eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung wichtig. Dafür wäre eine flächendeckende Betreuung durch gut ausgebildete Kinderallergologen notwendig. Professor Vogelberg verwies jedoch darauf, dass Eltern für die Behandlung ihrer Kinder zum Teil Monate auf einen Termin warten oder Strecken von bis zu 200 Kilometern in Kauf nehmen.

Die Vertreter der Fachgesellschaften hoffen auf gesundheitspolitische Maßnahmen, um die Situation Betroffener und ihrer Familien zu verbessern – zum Beispiel ein strukturiertes Behandlungsprogramm (Disease Management Programm, DMP) für Allergien.

 

Quelle:

Pressemitteilung des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AEDA), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) vom 25.09.2019: Deutscher Allergie-Kongress: Medizinprofessoren kritisieren eklatante Mängel bei der Versorgung von Allergikern

 

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