Grippe: Menschen mit chronischen Krankheiten selten geimpft

Der Anteil an Menschen mit chronischen Erkrankungen, die sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen, könnte noch weiter erhöht werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Ebenso zeigten sich Unterschiede bei den regionalen Impfraten.
Ein Impfpass wird von einer Person mit weißem Kittel  in die Kamera gehalten.

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Diese Saison ist die Impfung gegen Influenza-Viren wegen der anhaltenden COVID-19-Pandemie besonders wichtig. Denn die Grippeschutzimpfung, kann gegen eine mögliche Doppelinfektionen durch Grippe-Viren und SARS-CoV-2 schützten. Für Menschen mit besonderen Risiken, wie zum Beispiel chronischen Erkrankungen, ist die Impfung ein wirksamer Weg, um einer Grippeerkrankung vorzubeugen.

 

 

Grippeimpfung für Risiko-Gruppen in der Corona-Pandemie besonders wichtig“

Die Empfehlung der Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut sieht unter anderem für Menschen mit bestimmten chronischen Grunderkrankungen, darunter chronische Atemwegskrankheiten, eine jährliche Impfung gegen Grippe vor. Die Impfquote bei diesen Personen ist jedoch laut der aktuellen Versorgungsatlas-Studie „Inanspruchnahme von Influenza-Impfungen bei chronisch kranken Personen im vertragsärztlichen Sektor“ sehr niedrig und es gibt große bundesweite Unterschiede. Bei Menschen mit Asthma beträgt die Impfquote zum Beispiel nur 23 Prozent und bleibt somit deutlich hinter der von der Europäischen Union definierten Zielquote von 75 Prozent zurück.

Geschlechterunterschiede und positive Entwicklung

Die Untersuchung ergab auch: Männer lassen sich seltener gegen Influenza impfen, als Frauen. Mit zunehmendem Alter jedoch steigt in beiden Gruppen die Impfquote an. In Ostdeutschland ist die Quote höher als in den westdeutschen Bundesländern, was laut dem Zi vermutlich an einer höheren Akzeptanz von Impfungen im Osten läge, dies sei historisch bedingt.

Doch es gibt auch eine positive Entwicklung. Nachdem die Quote für die Grippeimpfung bei chronisch kranken Menschen von 2013/14 bis 2017/18 leicht rückläufig war, ist laut den Autoren für 2018 wieder eine Erhöhung auszumachen. Mehr geimpft wurde auch während der ersten Corona-Welle in den Monaten Januar bis März 2020 so der Zi Trendreport.

Um die Anzahl der Influenza-Impfungen bei Menschen mit chronischen Erkrankungen in Deutschland weiter zu erhöhen, sind nach Einschätzung der Autoren dennoch weitere Maßnahmen notwendig.

Quellen:

Akmatov, M. K. et al.: Inanspruchnahme von Influenzaimpfungen bei chronisch kranken Personen im vertragsärztlichen Sektor – Auswertung der Abrechnungsdaten für den Zeitraum 2009 bis 2018. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 20/03. Berlin 2020. DOI: 10.20364/VA-20.03 https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=103

Mangiapane, S. et al.: Veränderung der vertragsärztlichen Leistungsinanspruchnahme während der COVID-Krise. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), 27.7.2020 https://www.zi.de/fileadmin/images/content/PMs/Zi-Trendreport_Leistungsinanspruchnahme_COVID_2020-07-27.pdf

Grippeschutzimpfung für Risiko-Gruppen unter COVID-19-Pandemiebedingungen besonders wichtig // Impfquote weiter verbesserungsfähig, nach wie vor deutliche Ost-West-Unterschiede. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Presseinformation vom 24. September 2020 https://www.zi.de/presse/presseinformationen/24-september-2020