Hautschutz für empfindliche Personen: Desinfizieren statt Händewaschen

Häufiges und gründliches Händewaschen gehört zum „H“ für Hygiene der sogenannten „AHA-Regel“ zum Schutz gegen das Corona-Virus. Da Seife die Haut schädigt, besteht bei besonders empfindlichen Menschen beispielsweise mit Neurodermitis oder Pflegepersonal durch diese Maßnahme die Gefahr, ein irritatives Kontaktekzem zu entwickeln oder zu verstärken. Die Empfehlung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft für diesen Personenkreis ist daher: zur Abtötung von Viren und Bakterien die Hände lieber desinfizieren und eincremen statt waschen.
Händewaschen mit Seife - Desinfizieren statt Händewaschen - ©yu_photo - stock.adobe.com

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Seit Beginn der Corona-Pandemie wird als Schutz gegen die COVID-19-Infektion zum häufigen und gründlichen Händewaschen mit Seife geraten. Für Menschen mit empfindlicher Haut und Neigung zu Neurodermitis könnte diese Maßnahme jedoch die Entstehung von Handekzemen fördern oder verstärken: Ihre Hautbarriere ist genetisch bedingt instabiler, da der Verbund aus Hornzellen, Fetten und Feuchthaltefaktoren lockerer ist und Feuchtigkeit so leichter entweichen kann. Ihre Haut trocknet schneller aus und ist fettarm. Da Seifen die äußere Barrierefunktion der Haut stören, verstärkt ständiges Händewaschen diesen Effekt zusätzlich.

 

Hautirritationen und Kontaktekzem vermeiden

Ist die Haut erst einmal ausgetrocknet, kann es zu Einrissen, Schuppung, Rötung und Entzündungen kommen. Ein irritatives Kontaktekzem kann die Folge sein. Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDG) empfehlen daher besonders empfindlichen Menschen, dass anstelle von häufigem Händewaschen mit Seife die Hände desinfiziert und anschließend eingecremt werden sollten. Dies gilt vor allem für Menschen mit empfindlicher Haut und Beschäftigte im Gesundheitsdienst, die beruflich bedingt eine besonders intensive Handhygiene betreiben müssen.

Bei letzterer Personengruppe kommt hinzu, dass diese häufig Einmalhandschuhe tragen müssen. Diese verstärken den hautschädigenden Effekt der reinigenden Stoffe in der Seife zusätzlich. Nach dem vorherigen Gebrauch von alkoholische Handdesinfektionsmitteln wurde dieser Effekt nicht beobachtet.

 

Empfehlungen für Hygienemaßnahmen und zur Hautpflege während der Pandemie:

Die wichtigsten Empfehlungen der DDG zur Erhaltung der Hautgesundheit für empfindliche Personen oder Pflegepersonal während der Corona-Pandemie finden Sie hier zusammengefasst:

  1. Eine Desinfektion mit einem viruswirksamen alkoholischen Händedesinfektionsmittel, nach Möglichkeit mit barriereschützenden Hilfsstoffen wie Glycerol, sollte bei fehlender sichtbarer Verschmutzung der Hände und Verfügbarkeit Vorrang haben vor Waschungen mit Seife oder Waschlotionen (Detergentien). 
    2. Nach jeder Waschung und/oder Desinfektion sollte die Haut der Hände vollständig mit einem Pflegepräparat eingecremt werden, das die Regeneration der Hautbarriere unterstützt. 
    3. Beim Auftreten von Hautveränderungen im Sinne eines Handekzems sollte eine hautärztliche Behandlung eingeleitet und, bei möglicher beruflicher Verursachung, ein Hautarztbericht erstellt werden.
     

Quellen: