Vermeidung von Allergenkontakt (Allergenkarenz)

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Allergievermeidung (Allergiekarenz)

An erster Stelle der Maßnahmen zur Behandlung einer Allergie – aber auch zur Vorbeugung allergischer Reaktionen – steht das Vermeiden oder zumindest Reduzieren auslösender Allergene oder anderer Einflussfaktoren, soweit dies möglich ist. Diese Vermeidung eines Allergenkontakts bezeichnet man als Allergenkarenz. Sie ist zumeist die einfachste – und nebenwirkungsärmste – Behandlungsform bei vielen allergischen Erkrankungen.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die entsprechenden Allergene bekannt sind, und eine Karenz überhaupt möglich ist. In vielen Fällen lässt sich der Allergenkontakt allerdings nicht vollständig oder gar nicht vermeiden, weil die Allergene überall in der Umwelt vorhanden sind.

Welche Maßnahmen zur Allergenkarenz sinnvoll und empfehlenswert sind, hängt von der Art der Allergene ab, und auf welche Weise man ihnen ausgesetzt ist. Allergene in der Luft lassen sich nur selten hundertprozentig beseitigen oder vermeiden. Durch gezielte Maßnahmen kann man die Menge der Inhalationsallergene in Innenräumen jedoch deutlich reduzieren, etwa bei einer Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben.

Bei Tierhaarallergie bleibt oft nur die Möglichkeit, das Tier aus dem Haushalt zu entfernen. Für Menschen mit Pollenallergie kann es für die Planung des Urlaubs beziehungsweise von Aktivitäten im Freien hilfreich sein, die Pollenflugzeiten zu berücksichtigen beziehungsweise Pollenflugvorhersagen zu nutzen. 

In Kürze:

Wenn möglich, ist die Vermeidung von Allergenen die wichtigste Maßnahme in der Behandlung und Vorbeugung vieler allergischer Erkrankungen. 

Speiseplan und Arbeitsplatz

Auch die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittelallergene lässt sich auf ein Minimum reduzieren, wenn man den Speiseplan danach ausrichtet und auf die Inhaltsstoffe von industriell hergestellten Lebensmitteln und anderen Fertigprodukten achtet.

Durch die in der EU vorgeschriebene Kennzeichnung von Lebensmitteln einschließlich Allergenkennzeichnung, die auch für Restaurants gelten, wird dies heutzutage erheblich erleichtert. Zusätzlich kann eine Ernährungsberatung hilfreich sein.

Bei einer beruflich bedingten Allergie kann ein Wechsel des Arbeitsplatzes oder sogar der beruflichen Tätigkeit erforderlich sein, wenn andere Maßnahmen zur Vermeidung der Allergene beziehungsweise zum Schutz des Betroffenen nicht ausreichen oder nicht möglich sind.

Vermeiden von Kontaktallergenen

Der Kontakt mit Auslösern von Kontaktallergien lässt sich in den meisten, jedoch nicht allen Fällen verhindern. Wie auch bei Lebensmitteln sind die Hersteller von Hautpflegeprodukten und Kosmetika verpflichtet, die Inhaltsstoffe auf der Verpackung vollständig anzugeben. Dadurch ist es leichter möglich, bestimmte Stoffe gezielt zu meiden. Ähnliches gilt für viele andere Produkte, die im Haushalt verwendet werden, wie etwa Reinigungs- und Pflegemittel.

Wichtiger Bestandteil der Vorbeugung

Die Allergenkarenz ist auch ein wichtiges Prinzip bei der Vorbeugung (Prävention) von Allergien. Dies gilt sowohl für das Verhindern von Sensibilisierungen und damit des erstmaligen Auftretens einer allergischen Erkrankung (Primärprävention) als auch für die Vermeidung allergischer Reaktionen bei bereits bestehender Sensibilisierung beziehungsweise Erkrankung (Sekundär- bzw. Tertiärprävention). 

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Biedermann, T. et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025  
  • Brozek, J.L. et al.: Allergic rhinitis and its impact on Asthma (ARIA) guidelines: 2010 revision. In: Journal of Allergy & Clinical Immunology, 2010, 125 (3): 466-476
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Darsow U., Raap U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
  • Demoly, P. et al. Allergic rhinitis and the risk of driving accidents. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, 10.1016/j.jaci.2017.01.037
  • Ring J. et al.: S2k-Leitlinie zur Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. In: Allergo J Int 2014; 23: 96–112
  • Pfaar O. et al.: S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. In: Allergo J Int 2014; 23: 282
  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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