Anticholinergika

Wirkung

Anticholinergika werden auch als Muskarin- oder Acetylcholin-Rezeptor-Antagonisten bezeichnet, denn sie entfalten ihre Wirkung, indem sie diesen Rezeptor blockieren, der an der Reizweiterleitung im parasympathischen Nervensystem (einer Komponente des vegetativen Nervensystems) beteiligt ist. Anticholinergika erweitern die Bronchien und hemmen die Sekretbildung von Drüsen in den Schleimhäuten der Atemwege.

Anwendung

Anticholinergika werden überwiegend inhalativ mittels Dosieraerosol, Pulverinhalator oder Vernebler angewendet zur Behandlung des  allergischen Asthmas und anderer Lungenerkrankungen - häufig in Kombination mit anderen Wirkstoffen, insbesondere inhalativen Beta-2-Sympathomimetika.

Wie bei diesen unterscheidet man kurz- und langwirksame Anticholinergika: Kurzwirksame Substanzen zeigen einen raschen Wirkungseintritt bei einer Wirkdauer von etwa vier bis sechs Stunden und sind in erster Linie als Bedarfsmedikation geeignet. Langwirksame Anticholinergika mit einer Wirkdauer bis zu 24 Stunden werden zur dauerhaften Behandlung des Asthmas vor allem dann eingesetzt, wenn Beta-2-Sympathomimetika und Glukokortikoide nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.

Wirkstoffe

Beispiel für ein kurzwirksames Anticholinergikum: Ipratropium 

Beispiele langwirksamer Anticholinergika (nicht alle Präparate sind zur Behandlung des Asthma bronchiale zugelassen):

  • Tiotropium
  • Aclidiniumbromid
  • Glycopyrronium
  • Umeclidinium 

Es stehen mehrere Kombinationspräparate mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika zur Verfügung, die sämtlich nicht zur Asthma-Behandlung zugelassen und empfohlen sind.

Wichtige Nebenwirkungen und Nachteile

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen zählen trockene Schleimhäute in Nase und/oder Mund und erhöhte Herzfrequenz (schneller Puls).

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Biedermann, T. et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025  
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  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Roland Buhl
Universitätsmedizin Mainz
Schwerpunkt Pneumologie
E-Mail:
roland.buhl noSp@m@unimedizin-mainz.de