Cromone (Mastzellstabilisatoren)

Wirkung

Cromone haben eine schwächere Wirkung als Antihistaminika oder Glukokortikoide. Ihre genaue Wirkungsweise ist bislang nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass Cromone bei Allergien vom Soforttyp (Typ I) die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe (vor allem Histamin aus Mastzellen) und anderen Immunzellen sowie die Neubildung solcher Botenstoffe hemmen.

Wenn diese Prozesse allerdings bereits eingesetzt haben, sind die Substanzen kurzfristig nicht mehr wirksam, sondern die Wirkung tritt zumeist erst nach mehreren Tagen Anwendung ein. Daher empfehlen Mediziner, mit der Behandlung bereits einige Tage vor dem zu erwartenden Beginn der Beschwerden zu beginnen, das heißt vor Pollenflug bzw. Allergenkontakt.

Anwendung

Anwendungsgebiete der Cromone sind allergischer (Heu-)Schnupfen (Rhinitis) und damit einhergehende Bindehautentzündung ([Rhino-]Konjunktivitis) in Form von Nasensprays beziehungsweise Augentropfen sowie allergisches Asthma als Inhalationslösung.

Ferner gibt es Präparate zum Einnehmen (Kapseln, Granulat zur Herstellung einer Lösung) bei Nahrungsmittelallergien, bei denen ein Vermeiden des Allergens nicht möglich ist. Sie werden wegen guter Verträglichkeit vor allem bei Kindern oder in besonderen Fällen eingesetzt, beispielsweise in der Schwangerschaft .

Wirkstoffe

  • Dinatriumcromoglykat (DNCG, Cromoglicinsäure)
  • Nedocromil
  • Lodoxamid (nur als Augentropfen)

Wichtige Nebenwirkungen und Nachteile

Die relativ kurze Wirkdauer von nur wenigen Stunden erfordert eine mehrmals tägliche Anwendung. Bei den Augentropfen können Augenbrennen und -trockenheit auftreten.

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Biedermann, T. et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025  
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  • Demoly, P. et al. Allergic rhinitis and the risk of driving accidents. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, 10.1016/j.jaci.2017.01.037
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  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Roland Buhl
Universitätsmedizin Mainz
Schwerpunkt Pneumologie
E-Mail:
roland.buhl noSp@m@unimedizin-mainz.de