Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)

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Die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, hat einen besonderen Stellenwert unter den Behandlungsverfahren allergischer Erkrankungen. Zum einen, weil es sich um einen ursächlichen (kausalen) Therapieansatz handelt; zum anderen, weil die SIT ganz spezifisch auf bestimmte Allergene abzielt. Somit werden nur bestimmte Anteile des Immunsystems beeinflusst.

Spezifische Immuntherapie: Grundlagen

Anders als bei der Therapie mit Medikamenten, die Beschwerden rasch, aber kurzfristig lindert, bessern sich die Symptome durch die SIT in der Regel erst nach längerer Therapiedauer. Die Wirkung hält jedoch in der Regel über die Behandlungszeit hinaus an. Solange die Beschwerden noch nicht ausreichend abgeklungen sind, ist es meist notwendig, die SIT mit einer medikamentösen Allergie-Therapie zu kombinieren.

Schema zum Stellenwert der Allergenvermeidung sowie der spezifischen Immuntherapie und Behandlung mit Medikamenten, veranschaulicht durch unterschiedlich große Kreise - Inhalt siehe Textalternative

Kurz erklärt:

Die symptomatische Behandlung mit antiallergischen Wirkstoffen bessert nur die Beschwerden, die SIT zielt hingegen auf die Erkrankungsursachen ab.

Zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen gibt es eine wissenschaftliche Leitlinie mit Empfehlungen, die von Fachgesellschaften mehrerer medizinischer Fachgebiete aus den DACH-Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) gemeinsam erarbeitet und herausgegeben wurden.

Eine neuere und international gebräuchliche Bezeichnungen für die spezifische Immuntherapie ist Allergen-Immuntherapie (AIT). Weitere, weniger gebräuchliche Begriffe sind allergenspezifische Immuntherapie (ASIT) oder Allergen-Impfung, Hyposensibilisierung, früher auch Desensibilisierung.

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

  • Biedermann, T et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025 
  • Darsow U., Raap U. (Hrsg., 2016): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen
  • Feuille, E., Nowak-Wegrzyn, A.: Allergen-Specific Immunotherapies for Food Allergy. In: Allergy Asthma Immunol Res 2018, 10(3): 189-206
  • Klimek, L.; Vogelberg, C.; Werfel, T. (Hrsg., 2019): Weißbuch Allergie in Deutschland. - 4. Aufl. Springer, ISBN: 9783899353129
  • Pfaar, O. et al.: S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. Allergo J Int 2014; 23: 282 
  • Pajno, G.B., et al. EAACI Guidelines on allergen immunotherapy: IgE-mediated food allergy. In: Allergy 2018; 73(4): 799-815.
  • Pfaar, O., et al. Perspectives in allergen immunotherapy: 2017 and beyond. In: Allergy 2018; 73 Suppl 104: 5-23. 
  • Roberts, G., et al. EAACI Guidelines on Allergen Immunotherapy: Allergic rhinoconjunctivitis. In: Allergy 2018; 73(4): 765-798.
  • Trautmann A., Kleine-Tebbe J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme Verlag Stuttgart, 3. Aufl. 2018. ISBN9873131421838 

Letzte Aktualisierung:

06.12.2018