Ablauf der spezifischen Immuntherapie

In Kürze:

Eine SIT bei Pollenallergie sollte mehrere Monate vor Beginn der Pollensaison, also in der Regel im Spätsommer bis Herbst begonnen werden.

Bei ganzjährigen Beschwerden kann eine spezifische Immuntherapie (SIT) im Prinzip jederzeit begonnen und fortgesetzt werden. Bei Pollenallergie sollte man nicht während der Pollensaison beginnen, sondern bereits mehrere Monate vorher, also in der Regel im Spätsommer bis Herbst. Da es während der Pollenflugsaison zu einer unkontrollierbaren zusätzlichen Einwirkung von Allergenen kommt, muss die bis dahin erreichte Dosis – vor allem bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) – oft vorübergehend reduziert werden.

Bei der SCIT sind die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Injektionen im Wesentlichen abhängig von der Art der Allergenextrakt-Lösung und der Verträglichkeit. Solange die Dosis noch gesteigert wird, sind die Abstände kürzer (je nach Präparat zwischen drei Tagen und zwei Wochen). Zudem ist eine Kurzzeittherapie möglich. Während der Erhaltungsphase, das heißt wenn die maximale verträgliche Dosis erreicht ist, verlängern sich die Intervalle auf vier bis acht Wochen.

Bei der SCIT wird die Ärztin/der Arzt die Betroffenen vor jeder neuen Injektion fragen, wie sie die letzte Dosis vertragen haben, ob aktuell Infekte oder andere Erkrankungen vorliegen, ob neue Medikamente angewendet werden und wie die aktuellen Symptome der allergischen Erkrankung sind.

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
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  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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Prof. Dr. Roland Buhl
Universitätsmedizin Mainz
Schwerpunkt Pneumologie
E-Mail:
roland.buhl noSp@m@unimedizin-mainz.de