Wirksamkeit und Dauer der spezifischen Immuntherapie

Gut zu Wissen:

Die Therapietreue und Mitarbeit der Betroffenen ist ganz entscheidend für den Erfolg einer SIT.

Die Wirksamkeit einer spezifischen Immuntherapie (SIT) ist von vielen Faktoren abhängig, insbesondere von:

  • der Art der Allergene,
  • der Art und Dauer der Erkrankung,
  • der Art der Verabreichung,
  • dem Alter
  • und ganz besonders von der Mitarbeit der/des Betroffenen selbst. 

Die für die Betroffenen erkennbare Wirkung einer SIT besteht in einer Reduktion der Symptome wie auch des Verbrauchs der gegebenenfalls benötigten Medikamente. Die Wirksamkeit für bestimmte Altersgruppen beziehungsweise Allergene konnte in vielen klinischen Studien sowohl für die subkutane Immuntherapie (SCIT) als auch die sublinguale Immuntherapie (SLIT) eindeutig belegt werden. Dies gilt insbesondere für den allergischen (Heu-)Schnupfen mit oder ohne gleichzeitige Bindehautentzündung bei Pollenallergie und Hausstaubmilbenallergie sowie für eine Allergie gegen Bienen- und/oder Wespengift.

Zu anderen Krankheitsbildern wie Asthma beziehungsweise Allergengruppen liegen weniger aussagekräftige Daten vor, sodass Aussagen über die Wirksamkeit zumindest bislang nicht ganz so eindeutig beziehungsweise nur eingeschränkt möglich sind.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich durch eine effektive SIT beim allergischen Schnupfen das Risiko für einen drohenden „Etagenwechsel“ tatsächlich reduzieren lässt. Zudem wirkt sie einer Neusensibilisierung entgegen, das heißt sie verhindert, dass die Zahl der Allergenarten, gegen die jemand sensibilisiert ist, weiter zunimmt. Je länger die SIT durchgeführt wird, umso größer ist der zu erwartende Therapieerfolg. Im Allgemeinen wird eine Therapiedauer von (mindestens) drei Jahren empfohlen. 

Letzte Aktualisierung: 12. April 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Biedermann, T. et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025  
  • Brozek, J.L. et al.: Allergic rhinitis and its impact on Asthma (ARIA) guidelines: 2010 revision. In: Journal of Allergy & Clinical Immunology, 2010, 125 (3): 466-476
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Aktionsplan Allergien - Allergieportal. (eingestellt am 31.12.2012)
  • Darsow U., Raap U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
  • Demoly, P. et al. Allergic rhinitis and the risk of driving accidents. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, 10.1016/j.jaci.2017.01.037
  • Ring J. et al.: S2k-Leitlinie zur Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. In: Allergo J Int 2014; 23: 96–112
  • Pfaar O. et al.: S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. In: Allergo J Int 2014; 23: 282
  • Globale Initiative für Asthma (GINA): Leitfaden zum Management und zur Prävention von Asthma – die GINA-Leitlinien. Ein Leitfaden für Gesundheitsfachleute, aktualisiert 2016 (Letzter Abruf: 10.03.2017)
  • Zuberbier, T. et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. In: Allergy, 2014, 69 (7): 868-887
Letzte Aktualisierung:
12. April 2017
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Prof. Dr. Roland Buhl
Universitätsmedizin Mainz
Schwerpunkt Pneumologie
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