Wirksamkeit und Dauer der Hyposensibilisierung

Gut zu Wissen:

Die Therapietreue und Mitarbeit der Betroffenen ist ganz entscheidend für den Erfolg einer SIT.

Die Wirksamkeit einer spezifischen Immuntherapie (SIT) ist von vielen Faktoren abhängig, insbesondere von:

  • der Art der Allergene,
  • der Art und Dauer der Erkrankung,
  • der Art der Verabreichung,
  • dem Alter
  • und ganz besonders von der Mitarbeit der/des Betroffenen selbst. 

Die für die Betroffenen erkennbare Wirkung einer SIT besteht darin, dass Beschwerden gelindert und der Medikamentenbedarf gesenkt werden. Die Wirksamkeit für bestimmte Altersgruppen beziehungsweise Allergene konnte allgemein in vielen klinischen Studien sowohl für die subkutane Immuntherapie (SCIT) als auch die sublinguale Immuntherapie (SLIT) eindeutig belegt werden. Dies gilt insbesondere für den allergischen Schnupfen mit oder ohne gleichzeitige Bindehautentzündung bei Pollenallergie und Hausstaubmilbenallergie sowie für eine Allergie gegen Bienen- und/oder Wespengift.

Zu anderen Krankheitsbildern wie Asthma, beziehungsweise zu anderen Allergengruppen, liegen weniger aussagekräftige Daten vor. Entsprechend sind Aussagen über die Wirksamkeit weniger eindeutig oder nur eingeschränkt möglich.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich durch eine effektive SIT beim allergischen Schnupfen das Risiko für einen drohenden „Etagenwechsel“ tatsächlich reduzieren lässt. Zudem wirkt sie einer Neusensibilisierung entgegen, das heißt sie verhindert, dass die Zahl der Allergenarten, gegen die jemand sensibilisiert ist, weiter zunimmt. Je länger die SIT durchgeführt wird, umso größer ist der zu erwartende Therapieerfolg. Im Allgemeinen wird eine Therapiedauer von (mindestens) drei Jahren empfohlen. 

Die einzelnen Allergenpräparate unterscheiden sich in Wirksamkeit und Qualität, die auch unterschiedlich gut durch kontrollierte klinische Studien belegt sind. Die wissenschaftlichen Untersuchungen der Präparate weichen in Umfang, Qualität und Dosierungsschemata voneinander ab. Aussagen zur Wirksamkeit können sich daher immer nur auf einzelne Präparate beziehen und lassen sich weder verallgemeinern noch auf andere Produkte übertragen. Detailliertere Informationen zu Einzelpräparaten hat die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie auf ihrer Website in Form von Tabellen zusammengestellt. Dort finden sich auch Angaben zu den jeweils durchgeführten Studien.

Letzte Aktualisierung: 06.12.2018 / Quellen
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Quellen:

  • Biedermann, T et al. (Hrsg., 2016): Allergologie. Springer, Berlin/Heidelberg, 2. Aufl., ISBN 9783642372025 
  • Darsow U., Raap U. (Hrsg., 2016): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen
  • Feuille, E., Nowak-Wegrzyn, A.: Allergen-Specific Immunotherapies for Food Allergy. In: Allergy Asthma Immunol Res 2018, 10(3): 189-206
  • Klimek, L.; Vogelberg, C.; Werfel, T. (Hrsg., 2019): Weißbuch Allergie in Deutschland. - 4. Aufl. Springer, ISBN: 9783899353129
  • Pfaar, O. et al.: S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. Allergo J Int 2014; 23: 282 
  • Pajno, G.B., et al. EAACI Guidelines on allergen immunotherapy: IgE-mediated food allergy. In: Allergy 2018; 73(4): 799-815.Pfaar, O., et al. Perspectives in allergen immunotherapy: 2017 and beyond. In: Allergy 2018; 73 Suppl 104: 5-23. 
  • Roberts, G., et al. EAACI Guidelines on Allergen Immunotherapy: Allergic rhinoconjunctivitis. In: Allergy 2018; 73(4): 765-798.
  • Trautmann A., Kleine-Tebbe J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme Verlag Stuttgart, 3. Aufl. 2018. ISBN9873131421838 
Letzte Aktualisierung:
06.12.2018

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

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