Allergie und Beruf

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Allergien am Arbeitsplatz - zum Beispiel als Friseur/in

Berufsbezogene Allergien gehören schon seit Jahren zu den häufigsten Berufskrankheiten. Schätzungsweise ein Drittel der angezeigten Hautkrankheiten sind teilweise auch allergisch verursacht.

Berufsbezogene allergische Atemwegserkrankungen stehen auf Platz 6 der am häufigsten angezeigten Berufskrankheiten. Von den fast 77.000 im Jahr 2015 bei den Unfallversicherungsträgern gemeldeten Erkrankungen wurden knapp 17.000 als Berufskrankheit anerkannt.

Gesetzlich anerkannte Berufskrankheiten werden in der sogenannten Berufskrankheiten-Liste (BK-Liste), einer Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV), aufgeführt. Diese Liste enthält ausschließlich Krankheiten, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht werden, denen bestimmte Personengruppen durch ihre berufliche Tätigkeit in erheblich höherem Maße ausgesetzt sind als die übrige Bevölkerung. Bei einigen dieser Erkrankungen setzt die Anerkennung als Berufskrankheit voraus, dass die schädigende Tätigkeit aufgegeben wird.

Früherkennung hilft

Milde Verlaufsformen und auch frühe Anzeichen einer berufsbezogenen Erkrankung werden häufig nicht erkannt und nicht gemeldet. Dabei sind zu dieser Meldung alle versicherten Beschäftigten berechtigt. Arbeitgeber, Ärzte und Krankenkassen sind sogar dazu verpflichtet. Denn wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird, treten schlimmere Folgen oft gar nicht ein. Es ist vielfach auch möglich, die Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren.

Berufskrankheiten beeinträchtigen häufig nicht nur die Lebensqualität, sie verursachen auch enorme volkswirtschaftliche Kosten. Dazu gehören nicht nur die direkten Aufwendungen für die medizinische Behandlung, sondern auch indirekte Kosten aufgrund von Arbeitsausfällen sowie für Umschulungen, Rehabilitationsmaßnahmen und Renten.

Deshalb kommt der Prävention, also der Vermeidung von Berufskrankheiten, enorme Bedeutung zu. Wie die Zahlen zu den Hauterkrankungen eindrucksvoll zeigen, kann durch gute Prävention der Arbeitsplatz fast immer erhalten und damit eine Berufskrankheit verhindert werden.

Bäcker formen Teig - Risikogruppe für berufsbezogene Allergien

Krankheitsbilder berufsbedingter Allergien: Berufsbedingte Allergien äußern sich am häufigsten durch Gesundheitsstörungen der Haut. Auch die Atemwege können betroffen sein - vor allem bei Berufsgruppen, die organische Stäube wie Mehlstaub einatmen. ...weiterlesen

Symbolbild Wegweiser Berufsberatung zur Prävention berufsbedingter Allergien

Vorbeugung berufsbedingter Allergien: Die Prävention berufsbedingter Allergien beginnt bereits mit der Berufswahl. Wer sich für einen allergiegefährdeten Beruf entschieden hat, kann durch entsprechende Vorbeugemaßnahmen wie einen Hautschutzplan seine Gesundheit schützen.  ...weiterlesen

Stop-Schild als Symbol für das STOP-Prinzip bei berufsbedingten Allergien

Maßnahmen bei berufsbedingten Allergien: Besteht eine berufsbedingte Allergie, wird das so genannte STOP-Prinzip angewendet, um allergische Reaktionen zu vermeiden. Außerdem besteht die Möglichkeit zu Rehabilitationsmaßnahmen. ...weiterlesen

Paragraphen-Zeichen als Symbol für rechtliche Aspekte berufsbedingter Allergien

Rechtliche Aspekte berufsbedingter Allergien: Besteht der Verdacht auf eine Berufskrankheit, sind Ärztinnen und Ärzte sowie Arbeitgeber zu einer entsprechenden Meldung an die Unfallversicherung verpflichtet. ...weiterlesen

Weiterführende Informationen: Mehr zu berufsbedingten Allergien finden Sie in unserer Link-Sammlung. ...weiterlesen

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Letzte Aktualisierung: 29. März 2017 / Quellen
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Quellen:
  • Agner, T., Held E.: Skin Protection Programmes In: Contact Dermatitis, 2002, 46: 253–256
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  • Berufsgenossenschaft der keramischen und Glas-Industrie (Hrsg.): Arbeitsmedizinisches Kolloquium Bad Reichenhall 2005 In: Berufskrankheiten in der keramischen und Glas-Industrie, Heft 43, 2005
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  •  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014. Unfallverhütungsbericht Arbeit
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.): Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 907): Verzeichnis sensibilisierender Stoffe und von Tätigkeiten mit sensibilisierenden Stoffen, November 2011
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  • Darsow U., Raap U. (Hrsg.): Allergologie kompakt. Dustri-Verlag, München-Deisenhofen, 2016
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGVU): DGUV-Statistiken für die Praxis 2015
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  • Raulf M et al.: Berufliche Allergien: Inwieweit spielen Genderaspekte eine Rolle? In: Allergologie, 2017, 40: 117-127
  • Schnuch, A. et. al.: Untersuchungen zur Verbreitung umweltbedingter Kontaktallergien mit Schwerpunkt im privaten Bereich. UBA-Forschungsbericht 299 61 219, 2004, S. 75
  • Skudlik, C., John, S.M. Berufsbedingte allergische Kontaktekzeme – was Betriebsärzte wissen sollten. In: Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed, 2014, 49: 247-252
  • Sonsmann, F. et al.: Berufsbedingte Hautkrankheiten im Friseurhandwerk. Medizinisches Grundlagendokument zum EU-Projekt SafeHair 2.0 (Letzter Aufruf: 29.03.2017)
Letzte Aktualisierung:
29. März 2017
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Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Monika Raulf

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum

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E-Mail: raulf noSp@m@ipa-dguv.de