Allergie-Behandlung in der Schwangerschaft

Das bewusste Meiden von Allergenen (Allergenkarenz) ist in der Schwangerschaft von besonderer Bedeutung. Teilweise wird es damit möglich, auf medikamentöse Behandlungen komplett zu verzichten. Maßnahmen der Allergenkarenz bei Pollenallergien sind zum Beispiel:

  • Fenster und Türen während des Pollenflugs geschlossen halten
  • Aktivitäten im Freien während der Pollensaison tagsüber reduzieren
  • Tragen einer Sonnenbrille als Schutz vor Pollen
  • Duschen und Haarewaschen vor dem Zubettgehen, tagsüber getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren

Bei einer Hausstaubmilbenallergie sind Encasings – Milben-dichte Zwischenbettbezüge für Matratze, Kopfkissen und Bettdecke – die wichtigste Maßnahme der Allergenkarenz.

Tierhaarallergikerinnen sollten auf den Kontakt mit dem allergieverursachenden Tier verzichten. Unabhängig vom Allergen kann eine Nasendusche helfen, die allergenhaltigen Stoffe aus der Nase zu spülen und die Nasenschleimhaut abzuschwellen.

Lindern solche Vermeidungsmaßnahmen die  Beschwerden nicht ausreichend, können einige Medikamente zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung auch in der Schwangerschaft sicher eingenommen werden.

Problematisch ist hierbei, dass einige Arzneimittelwirkstoffe die Plazentaschranke überwinden und in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes gelangen können. Deshalb sollte jede Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen und das Verhältnis von Nutzen und möglichen Risiken abgewogen werden. Gleiches gilt auch für die Einnahme von Arzneimitteln während der Stillzeit, denn viele Wirkstoffe treten in die Muttermilch über.

Kurz erklärt:

Mediziner bezeichnen das ungeborene Kind je nach Entwicklungsstadium unterschiedlich: 
1.-3. Woche: Embryoblast
1. Trimester: Embryo
ab dem 2. Trimester: Fetus

Wirkung von Medikamenten auf das Kind abhängig vom Entwicklungsstadium

Um zu verstehen, wie sich Arzneimittel in der Schwangerschaft auf das Ungeborene auswirken können, sind einige grundlegende Kenntnisse darüber hilfreich, wie sich das Kind entwickelt: Bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel werden die Organe angelegt. Während dieses Prozesses reagiert das ungeborene Kind besonders empfindlich auf äußere Einflüsse wie Medikamente.

Im zweiten und dritten Drittel reifen die Organe immer weiter aus. Außerdem wächst das Kind: im dritten bis fünften Monat vor allem in die Länge. In den letzten drei Schwangerschaftsmonaten nimmt es hauptsächlich an Gewicht zu.

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Grafik mit des Stadien de Embryonalentwicklung in der Schwangerschaft

In den ersten zwei Wochen der Schwangerschaft gilt das sogenannte Alles-oder-Nichts-Prinzip. Zu diesem Zeitpunkt wissen viele Frauen noch nicht, dass sie schwanger sind und nehmen daher ihre Medikamente wie gewohnt ein. Wird der Embryoblast dadurch geschädigt, stößt der Körper ihn ab – oft ohne dass die Schwangerschaft überhaupt bemerkt wurde.

Bei einem Embryo können Medikamente zu Fehlbildungen des Körpers (z.B. der Gliedmaßen) und der Organe führen. Diese Eigenschaft wird in der Gebrauchsinformation (Beipackzettel) durch den Hinweis „teratogen“ gekennzeichnet. Arzneimittel, die den Fetus schädigen, erhalten dagegen die Bezeichnung „fetotoxisch“. Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel können Medikamente die Organreifung beeinträchtigen.

Arzneimittelwirkung auf die Mutter kann sich verändern

Wenn es um Arzneimittel in der Schwangerschaft geht, denken viele Menschen vorwiegend an die möglichen Folgen für das Ungeborene. Doch auch die Frauen selbst können während der Schwangerschaft anders auf ein Medikament reagieren als sonst. Die Veränderungen beeinflussen, wie der Körper den Wirkstoff aufnimmt, verteilt und verstoffwechselt und können somit die Wirksamkeit beeinträchtigen.

Durch die Hormonumstellung entleert sich zum Beispiel der Magen verzögert. Bei Medikamenten, die oral (über den Mund) eingenommen werden, dauert es daher länger, bis der Wirkstoff im Blut ankommt. Durch diesen langsameren Anstieg bleibt die maximal vorhandene Wirkstoffdosis geringer. Auch die in der Frühschwangerschaft häufig auftretende Übelkeit bis hin zum Erbrechen kann den Wirkstoffspiegel senken. 

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